Die Soldaten sagten:
„Die da schreien, sind die Geusen aus dem Fort Fuycke, außerhalb der Stadt; man läßt sie Hungers sterben.“
„Auch wir werden sterben,“ sagte Nele.
Und sie weinte.
„Die Asche brennt auf meinem Herzen,“ sagte Ulenspiegel.
„Ach,“ sprach Lamm auf Vlämisch / die Soldaten des Geleits verstanden diese stolze Sprache nicht / „ach,“ sprach Lamm, „wenn ich diesen Blutherzog halten und ihn zwingen könnte, alle Stricke, Galgen, Folterbänke, hölzerne Pferde, Gewichte und spanische Stiefel zu fressen, bis ihm die Haut platzte; wenn ich ihm das von ihm vergossene Blut eingießen könnte, und daß Holzsplitter und Eisenstücke durch seine zerissene Haut und seine entblößten Eingeweide drängen! Und wenn er noch nicht den Geist aufgäbe, würde ich ihm das Herz aus der Brust reißen und es ihn roh und giftig fressen lassen. Dann würde er sicherlich aus dem Leben abscheiden und in den Schwefelpfuhl fallen, wo der Teufel es ihn für und für essen ließe. Und so während der ganzen langen Ewigkeit.“
„Amen,“ sagten Ulenspiegel und Nele.
„Aber siehst Du nichts?“ fragte sie.
„Nein,“ sagte er.
„Ich sehe im Westen fünf Männer und zwei Frauen im Kreise sitzen,“ sagte sie. „Der eine ist mit Purpur bekleidet und tragt eine güldene Krone. Er scheint das Haupt der andern zu sein, die alle zerlumpt und bettelhaft sind. Von Osten her seh ich eine andere Schar von sieben kommen. Auch ihnen gebeut einer, der in Purpur gekleidet ist, doch er trägt keine Krone. Und sie stoßen auf die aus Westen, und sie kämpfen in der Wolke gegen sie; aber ich sehe nichts mehr.“