Der Henker setzte Katheline auf den Deckel eines Sarges von Eichenholz, welcher auf Holzböcken ruhte. Besagter Deckel in Form eines Daches war scharf wie eine Klinge. Im Kamin brannte ein großes Feuer, denn es war im Monat November. Da Katheline auf dem Sarge und auf einem Spieß von spitzem Holze saß, ward sie mit zu engen Schuhen aus frischem Leder bekleidet und vor das Feuer geschoben. Als sie fühlte, wie das schneidende Holz des Sarges und der spitze Spieß in ihr Fleisch drang und die Glut das Leder ihrer Schuhe erhitzte und zusammenzog, schrie sie:
„Ich leide tausend Schmerzen! Wer gibt mir schwarzes Gift?“
„Rückt sie näher ans Feuer“, gebot der Schöffe.
Dann befragte er Katheline:
„Wie oft bist Du auf einem Besen zum Hexensabbat geritten? Wie oft hast Du das Korn in der Ähre, die Frucht auf dem Baum, das Ungeborne im Mutterleibe zu Grunde gerichtet? Wie oft hast du aus zwei Brüdern geschworne Feinde und aus zwei Schwestern Nebenbuhlerinnen voll Haß gemacht?“
Katheline wollte sprechen, doch sie vermochte es nicht, und bewegte die Arme, wie um nein zu sagen. Der Schöffe sagte darauf:
„Sie wird nicht eher sprechen, als bis sie am Feuer all ihr Hexenfett schmelzen fühlt. Rückt sie näher heran“.
Katheline schrie. Der Schöffe sprach zu ihr:
„Bitte Satan, daß er Dich kühle“.
Sie machte eine Bewegung, als sei sie willens, ihre Schuhe auszuziehen, die bei der Feuersglut rauchten.