„Bitte Satan, daß er Dir die Schuhe auszieht“, sprach der Schöffe.

Es schlug zehn Uhr, die Mittagszeit des Wüterichs; er ging mit dem Henker und dem Schreiber hinaus und ließ Katheline allein vor dem Feuer in der Folterkammer.

Um eilf Uhr kamen sie zurück und fanden Katheline steif und unbeweglich sitzend. Der Schreiber sprach:

„Mich deucht, sie ist tot.“

Der Schöffe befahl dem Henker, Katheline vom Sarge zu nehmen und ihr die Schuhe auszuziehen. Der Henker konnte sie nicht ausziehen und schnitt sie los. Kathelinens Füße kamen rot und blutend zum Vorschein.

Und der Schöffe, seiner Mahlzeit gedenkend, blickte sie an, ohne ein Wort zu sagen. Aber alsbald kam sie wieder zu sich und stürzte zu Boden, von wo sie sich aller Anstrengung zum Trotz nicht wieder erheben konnte.

Sie sprach zum Schöffen:

„Ehedem hast Du mich zum Weibe gewollt, nun aber sollst Du mich nicht mehr bekommen. Viermal drei, das ist die heilige Zahl, und der dreizehnte ist der Ehemann“.

Und da der Schöffe sprechen wollte, sagte sie zu ihm:

„Sei still, er hört schärfer denn der Erzengel, der im Himmel die Herzschläge der Gerechten zählt. Warum kommst Du so spät? Viermal drei, das ist die heilige Zahl; er tötet, die mich begehren“.