Er stellte die beiden mitgebrachten Flaschen auf die Kommode, steckte sein Tuch bedächtig in die Tasche und schickte sich zum Fortgehen an. Die mitleidige Dame bemerkte, es wäre recht kaltes Wetter, und fragte ihn schüchtern, ob ihm nicht beliebe, ein Schälchen Tee anzunehmen. Er legte sogleich den Hut wieder aus der Hand, nahm an dem kleinen, runden Tische Platz, lächelte und blickte Mrs. Corney so zärtlich an, daß sie verlegen wegsehen und den Teekessel anblicken mußte. Sie schenkte ihm ein, er breitete sein Taschentuch über die Knie und fing an zu trinken und zu essen, seinen Genuß von Zeit zu Zeit mit einem tiefen Seufzer begleitend, was jedoch seinem Appetit keineswegs schadete, sondern denselben vielmehr zu stärken schien.
«Ich sehe, Ma'am,» sagte er nach ziemlich geraumer Zeit, «Sie haben eine Katze und auch kleine Kätzchen.»
«Sie glauben gar nicht, wie lieb ich sie habe, und wie vergnügt und lustig sie bei mir sind, Mr. Bumble.»
«Mrs. Corney, ich muß sagen: jede Katze, die bei Ihnen und täglich um Sie wäre und Sie nicht lieb hätte, müßte ein Esel sein.»
«Ah, Mr. Bumble!»
«Es ist die Wahrheit, und ich würde sie mit Vergnügen ersäufen.»
«Mr. Bumble, was Sie für ein hartherziger Mann sind!»
«Ein hartherziger Mann?» wiederholte Bumble mit einem zärtlichen Seufzer, ergriff und drückte Mrs. Corneys kleinen Finger, rückte ein wenig um den Tisch herum und rückte immer näher, bis sein Stuhl dicht neben dem Stuhle Mrs. Corneys stand, die nicht fortrücken konnte, weil sie sonst dem Kamin zu nahe gekommen sein würde, was zwischen den beiden Feuern die noch gefährlichere Nähe war. Rechts konnten ihre Kleider Feuer fangen, links nur ihr Herz; rechts konnte sie auf den Rost, links nur in Mr. Bumbles Arme fallen. Sie war eine kluge und umsichtige Frau, berechnete ohne Zweifel die möglichen Folgen, blieb ganz still sitzen und schenkte Mr. Bumble noch eine Tasse Tee ein.
«Ein hartherziger Mann, Mrs. Corney?» sagte Bumble, seinen Tee umrührend und ihr in das Angesicht schauend; «sind Sie eine hartherzige Frau?»
«Mein Gott! Was für eine Frage für einen unverheirateten Mann!» rief die Matrone aus. «Was wollen Sie damit sagen, Mr. Bumble?»