«Es mochte halb zwei Uhr sein,» sagte Mr. Giles, «indes kann ich nicht darauf schwören, ob's nicht dreiviertel war, als ich aufwachte, mich im Bett herumdrehte, ungefähr so» (er drehte sich bei diesen Worten auf seinem Stuhle herum und zog den Zipfel des Tischtuches über die Schultern, um bildlich desto lebhafter die Vorstellung einer Bettdecke hervorzurufen), «und ein Geräusch zu hören glaubte.»
Hier erblaßte die Köchin und forderte das Hausmädchen auf, die Küchentür zu verschließen; das Hausmädchen hieß es Brittles, der es den Kesselflicker hieß, der sich stellte, als ob er nicht hörte.
«Ein Geräusch zu hören glaubte», wiederholte Mr. Giles. «Ich dachte zuerst bei mir selbst: 's ist eine Täuschung! und legte mich schon wieder zum Einschlafen zurecht, als ich das Geräusch abermals und vollkommen deutlich vernahm.»
«Was war es denn für eine Art von Geräusch?» fragte die Köchin.
«Ein krachendes», erwiderte Mr. Giles.
«Ich denke, es war mehr, wie wenn eine eiserne Stange auf einem Reibeisen gerieben wird», fiel Brittles ein.
«So war es, als Sie es hörten», sagte Giles; «zu der Zeit aber, als ich es vernahm, hatte es einen krachenden Ton. Ich warf die Bettdecke zurück» (er wiederholte die Bewegung mit dem Tischtuche), «richtete mich zum Sitzen empor und horchte.»
Die Köchin und das Hausmädchen riefen zugleich aus: «Daß sich Gott erbarm'!» und rückten zusammen.
«Ich hörte es so deutlich, als wenn es dicht vor meinem Bette wäre», fuhr Giles fort, «und dachte: Da wird eine Tür oder ein Fenster aufgebrochen. Was ist zu tun? Ich will den guten Jungen Brittles wecken und ihn retten, damit er nicht in seinem Bette ermordet wird; tu' ich's nicht, so kann ihm die Kehle vom rechten bis zum linken Ohre abgeschnitten werden, ohne daß er es merkt.»
Hier richteten sich aller Blicke auf Brittles, der die seinigen auf den Redner heftete und ihn mit weit geöffnetem Munde anstarrte, während seine Mienen den grenzenlosesten Schrecken ausdrückten.