«Wußtest nicht, daß ich hier war?» fuhr sie ihn an. «Was hast du denn hier zu schaffen?»
«Ich dachte, sie sprächen zu viel, um ihre Arbeiten gehörig verrichten zu können», erwiderte er, zerstreut nach ein paar alten Frauen an einem Waschfasse hinblickend, die bewundernde Blicke ob der Demut des Armenhausverwalters wechselten.
«Du dachtest, sie sprächen zu viel?» sagte Mrs. Bumble. «Was geht denn dich das an?»
«Ei nun, lieber Schatz –»
«Ich frage noch einmal, was es dich angeht?»
«Es ist wahr, du hast hier zu befehlen, lieber Schatz; ich glaubte aber, du wärest eben nicht bei der Hand.»
«Ich will dir was sagen, Bumble: wir brauchen dich hier nicht, du hast hier nichts verloren und steckst deine Nase viel zu gern in Dinge, die dich nichts angehen; machst dich bei jedermann lächerlich und zum Narren und wirst ausgelacht, sobald du den Rücken wendest. Troll dich – willst du, oder willst du nicht?»
Bumble gewahrte mit folternden Gefühlen, wie die beiden alten Wäscherinnen wahrhaft entzückt miteinander kicherten und zögerte einen Augenblick. Mrs. Bumble, deren Geduld bei einem Aufschube nicht Probe hielt, ergriff ein Gefäß mit Seifenwasser, näherte sich ihm und wiederholte ihre Aufforderung, bei Strafe, im Falle des Ungehorsams, seine stattliche Person überschüttet zu sehen.
Was konnte er tun? Er blickte trostlos umher, schlich nach der Tür, und das Gekicher der Wäscherinnen verwandelte sich in ein schallendes Gelächter. Mehr bedurfte es nicht. Er war in ihren Augen erniedrigt, hatte Ehre und Ansehen sogar bei den Armen verloren, war von der Höhe der Kirchspieldienerschaft zur tiefsten Tiefe des unter Weiberregiment stehenden Ehemannes heruntergesunken. «Und das alles nach zwei Monaten!» dachte Bumble. «Kaum vor zwei – noch vor zwei kurzen Monaten war ich mein eigener Herr und gebot über das ganze Armenhaus, und jetzt!»
Es war zu viel. Er ohrfeigte den Knaben, der ihm das Tor öffnete (denn er hatte mittlerweile das Portal erreicht) und trat zerstreut auf die Straße.