«Die Summe nicht bedeutend für ein erbärmliches Geheimnis, das vielleicht der Rede nicht wert ist, wenn Sie es offenbart haben!» rief Monks ungeduldig aus; «ein Geheimnis, das seit zwölf Jahren oder länger vergessen oder begraben gelegen hat!»
«Solche Dinge halten sich gut und verdoppeln gleich gutem Weine häufig ihren Wert durch die Zeit», bemerkte Frau Bumble mit der kalten Entschlossenheit, die sie angenommen hatte; «und was das betrifft, daß es begraben gewesen, so gibt es Leute, die, soviel wir wissen, noch zwölftausend oder zwölf Millionen Jahre begraben liegen können und endlich sonderbare Geschichten erzählen werden.»
«Wie aber, wenn ich für nichts zahle?» fragte Monks bedenklich zögernd.
«Sie können mir das Geld leicht wieder abnehmen», erwiderte die Dame. «Ich bin ja nur eine Frau und allein und ohne Schutz in Ihrer abgelegenen Wohnung.»
«Weder allein, meine Liebe, noch ohne Schutz», fiel Mr. Bumble mit vor Angst bebender Stimme ein; «ich bin auch hier, meine Liebe. Und außerdem,» fuhr er zähneklappernd fort, «und außerdem ist Mr. Monks zu sehr Gentleman, um sich auch nur die mindeste Gewalttätigkeit gegen Kirchspielpersonen zu erlauben. Mr. Monks weiß, daß ich nicht mehr in der Blüte der Jahre und der Kraft stehe; allein er hat gehört – hat ohne Zweifel gehört, lieber Schatz, daß ich ein sehr entschlossener Beamter und ungewöhnlich stark bin, wenn ich Veranlassung bekomme, mich zusammenzunehmen. Ich brauche mich nur eben etwas zusammenzunehmen.»
Und als Mr. Bumble so sprach, machte er einen trübseligen Versuch, mit trotziger Entschlossenheit nach seiner Laterne zu greifen, und zeigte deutlich durch den in allen seinen Zügen sich malenden Schrecken, wie es allerdings bei ihm nötig war, daß er sich ein wenig oder vielmehr recht sehr zusammennehmen mußte, bevor er sich zu einer nur irgend kriegerischen Demonstration herbeiließ, ausgenommen gegen Arme oder andere wehrlose Personen.
«Du bist ein Narr,» entgegnete ihm seine Ehehälfte, «und kannst nichts Besseres tun als den Mund halten.»
«Und ich werde ihm sogleich darauf schlagen, wenn er nicht leiser spricht», sagte Monks zornig. «Er ist also Ihr Mann?»
«Er mein Mann!» kicherte Frau Bumble, der Frage ausweichend.
«Ich dachte es, als Sie beide hereinkamen», fuhr Monks fort, den zornigen Blick gewahrend, den die Dame ihrem Eheherrn zuwarf. «Desto besser; ich trage um so weniger Bedenken, mit Leuten zu unterhandeln, wenn ich finde, daß sie von einem und demselben Willen beseelt sind. Ich meine es ernstlich – schauen Sie hier!»