Er zog einen Beutel aus der Tasche, zählte fünfundzwanzig Sovereigns auf den Tisch und schob sie Frau Bumble hin.

«Nehmen Sie,» fuhr er fort, «und lassen Sie mich nun hören, was Sie zu erzählen haben, sobald der verwünschte Donnerschlag vorüber ist, der, ich fühl's, gerade über dem Hause loswettern wird.»

Sobald das Donnergeroll vorüber war, hob Monks das Gesicht vom Tische empor und beugte sich zu Frau Bumble hinüber, um begierig zu hören, was sie sagen würde. Auch das Ehepaar lehnte sich über den kleinen Tisch, so daß die Köpfe von allen dreien sich berührten. Das auf sie gerade herunterfallende matte Licht der hängenden Laterne ließ ihre Gesichter noch bleicher und gespenstischer erscheinen, und sie sahen um so unheimlicher aus, als rings umher die tiefste Finsternis sie umgab.

«Als die Frau, die wir die alte Sally nannten, starb,» hub Frau Bumble flüsternd an, «war ich mit ihr allein.»

«War niemand dabei?» fragte Monks mit demselben hohlen Geflüster; «keine Kranke oder Verrückte in einem anderen Bette? – keine Seele, welche hören, vielleicht verstehen konnte?»

«Wir waren ganz allein», versicherte Frau Bumble; «ich und sonst niemand stand an ihrem Bette, als sie im Sterben lag. Sie sprach von einer jungen Frauensperson, die einige Jahre zuvor einem Kinde das Leben gegeben hätte, und zwar nicht bloß in demselben Zimmer, sondern auch in demselben Bette, in welchem die Sterbende lag.»

«Fürwahr!» sagte Monks mit bebender Lippe und über seine Schulter blickend. «Teufel! Wie doch die Dinge zuletzt kommen können!»

«Das Kind war dasselbe, das Sie ihm gestern abend nannten», fuhr Frau Bumble, nachlässig nach ihrem Manne hindeutend, fort; «und die alte Sally hat seine Mutter bestohlen.»

«Bei ihren Lebzeiten?» fragte Monks.

«Nein, als sie gestorben war», erwiderte Frau Bumble mit einigem Schaudern. «Sie bestahl die Leiche, nachdem dieselbe eine solche geworden war, und was sie nahm, war eben das, was die sterbende Mutter in ihren letzten Atemzügen sie gebeten hatte, um des Kindes willen aufzubewahren.»