«Verkaufte sie es?» fiel Monks in der größten Spannung ein; «hat sie es verkauft? – Wo? – Wann? – An wen? – Vor wie langer Zeit?»
«Als sie mir mit großer Mühe gesagt hatte, was sie getan, sank sie zurück und starb.»
«Und sagte weiter nichts mehr?» rief Monks mit einer Stimme, die nur um so wütender ertönte, je gewaltsamer er sie zu dämpfen suchte. «Es ist eine Lüge! Ich werde mich nicht hinter das Licht führen lassen. Sie sagte mehr – ich morde Sie beide, wenn ich nicht erfahre, was es war!»
«Sie sagte kein Sterbenswörtchen mehr,» entgegnete Frau Bumble, allem Anscheine nach durch Monks' Heftigkeit nicht im mindesten erschreckt, was ihr Mann augenscheinlich in einem desto höheren Grade war; «sie faßte aber krampfhaft mit der einen Hand mein Kleid, und ich fand, als sie tot war, und als ich ihre Hand mit Gewalt losmachte, einen schmutzigen Papierstreifen darin.»
«Was enthielt er?» unterbrach Monks, sich vorbeugend.
«Nichts; es war ein Schein von einem Pfandleiher.»
«Worüber?»
«Das werde ich Ihnen seinerzeit schon sagen. Ich muß glauben, sie hatte das Geschmeide, über dessen Empfang der Papierstreifen ausgestellt war, einige Zeit aufbewahrt, um größeren Gewinn daraus zu ziehen, es sodann verpfändet und dem Pfandleiher jedes Jahr die Zinsen bezahlt, um es wieder einlösen zu können, wenn es etwa zu einer Entdeckung führen sollte. Dies war jedoch nicht geschehen, und sie starb mit dem Scheine in der Hand, der nach einigen Tagen verfallen sein würde, und ich löste das Pfand ein, weil ich glaubte, dereinst noch einmal Nutzen daraus ziehen zu können.»
«Wo haben Sie es?» fragte Monks hastig.
«Hier ist es», erwiderte Frau Bumble und warf eilig, als wenn sie froh wäre, sich davon zu befreien, ein kleines ledernes Beutelchen auf den Tisch; Monks bemächtigte sich desselben begierig und öffnete es mit zitternden Händen. Es enthielt ein kleines goldenes Medaillon, in welchem sich zwei Haarlocken und ein einfacher goldener Trauring befanden.