Frau Bumble trat ermutigt an die Öffnung, und sogar ihr Eheherr wagte es, von Neugierde getrieben, dasselbe zu tun. Das vom Regen angeschwollene trübe Wasser rauschte unten so gewaltig, daß sich alle anderen Töne in seinem Geräusche verloren. Es war an der Stelle vormals eine Wassermühle gewesen, und das Pfahlwerk und die sonstigen Überreste derselben hielten das Wasser nur auf, um seinen Andrang und das Brausen noch zu verstärken.

«Wenn man hier eine Leiche hinunterwürfe, wo würde sie morgen früh sein?» fragte Monks, die Laterne in dem finsteren Schlunde hin und her schwingend.

«Zwölf Meilen weit unten im Strome und obendrein in Stücke gerissen», erwiderte Bumble, bei dem bloßen Gedanken zurückbebend.

Monks nahm den kleinen Beutel, band ihn fest an ein daliegendes bleiernes Gewicht und warf ihn in das Wasser hinunter; man hörte, wie er hineinfiel, alle drei sahen einander an und schienen freier aufzuatmen. Monks verschloß die Falltür wieder.

«So!» sagte er. «Wenn die See ihre Toten jemals zurückgibt, wie Bücher sagen, daß sie es werde – so wird sie doch ihr Gold und Silber samt jenem Plunder für sich behalten. Wir haben einander nichts mehr zu sagen und können unserem angenehmen Zusammensein ein Ende machen.»

«Allerdings, allerdings», bemerkte Mr. Bumble mit großem Eifer.

«Sie werden doch aber reinen Mund halten?» fragte Monks mit einem drohenden Blick. «Für Ihre Frau bin ich nicht besorgt.»

«Sie können sich auf mich verlassen, junger Mann», antwortete Bumble, sich unter fortwährenden, unendlich höflichen Verbeugungen der Leiter nähernd. «Um jedermanns willen, und Sie wissen, auch um meinetwillen, Mr. Monks.»

«Ich freue mich um Ihretwillen, Sie so sprechen zu hören», entgegnete Monks. «Zünden Sie Ihre Laterne an, und machen Sie sich davon, so schnell Sie können.»

Diese Aufforderung kam sehr zur rechten Zeit, denn Mr. Bumble würde, wenn er sich noch einmal verbeugt und dann noch einen einzigen Schritt zurückgetan hätte, unfehlbar hinuntergestürzt sein. Er zündete seine Laterne an, stieg schweigend hinab, und seine Frau folgte ihm. Monks folgte zuletzt, nachdem er einige Augenblicke gehorcht hatte, ob sich auch keine anderen Laute vernehmen ließen, als die des Wasser- und Regengeräusches. Sie gingen langsam und vorsichtig durch das Zimmer im Erdgeschoß, denn Monks erschrak über jeden Schatten, und Bumble hielt seine Laterne einen Fuß über dem Boden und blickte fortwährend angstvoll nach versteckten Falltüren umher. Monks öffnete ihnen leise die Tür, und das Ehepaar trat in die Finsternis hinaus, nachdem es von seinem geheimnisvollen Bekannten durch ein Kopfnicken Abschied genommen hatte.