Inzwischen hatte sich die Dienerschaft versammelt. Der gutmütige Koch legte sich in das Mittel und forderte den Bedienten auf, das Mädchen Miß Rose zu melden.

«Wozu denn aber?» antwortete der Bediente. «Sie werden doch nicht glauben, daß die junge Dame eine solche Person vorlassen wird?»

Diese Anspielung auf Nancys verdächtigen Stand erregte ein gewaltiges Maß tugendsamer Entrüstung bei vier Dienstmädchen, welche mit großer Lebhaftigkeit erklärten, das Geschöpf sei eine Schande ihres Geschlechts, und darauf bestanden, sie ohne Gnade auf die Straße zu werfen.

«Machen Sie mit mir, was Ihnen beliebt,» sagte das Mädchen, zu den Bedienten sich wendend, «nur tun Sie erst, was ich verlange; und ich fordere Sie auf, meine Botschaft um Gottes willen auszurichten.»

Der weichherzige Koch trat jetzt vermittelnd dazwischen, und das Ende war, daß der Mann, der zuerst zum Vorschein gekommen, die Meldung übernahm.

«Was soll ich meiner Herrschaft sagen?» fragte er.

«Daß ein junges Mädchen Miß Maylie unter vier Augen zu sprechen wünscht», erwiderte Nancy; «und – daß die junge Dame, wenn sie nur das erste Wort anhören will, sogleich erkennen wird, ob sie das, was ich anzubringen habe, noch ferner anhören muß, oder mich als eine Betrügerin vor die Tür werfen lassen soll.»

«Meiner Six!» erwiderte der Bediente. «Sie sind Ihrer Sache ja sehr gewiß.»

«Bringen Sie nur mein Anliegen vor, und lassen Sie mich den Bescheid wissen», entgegnete das Mädchen fest.

Der Bediente eilte hinauf, und Nancy stand bleich, fast atemlos und mit zuckenden Lippen da, als die sehr hörbaren Ausdrücke von Verachtung ihr Ohr trafen, mit welchen die tugendreichen Dienstmädchen sehr freigebig waren. Ihre Blässe nahm zu, als der Bediente wieder herunterkam und ihr sagte, daß sie hinaufgehen könne.