Fagin stieg sogleich auf einen Stuhl und sah durch das kleine Fenster, wie Noah tapfer schmauste und Charlotte von Zeit zu Zeit homöopathische Dosen zuteilte.

«Aha!» flüsterte Fagin, zu Barney sich umdrehend, «die Miene des Burschen könnte gefallen mir. Er würde uns sein können nützlich, denn er versteht's schon, zu kirren die Dirne. Sei stiller als eine Maus, mein Lieber, daß ich sie höre sprechen.»

Er schaute abermals durch das kleine Fenster, und zwar mit einem Gesichte, das einem alten Gespenst angehört haben könnte.

«Ich denke also von jetzt ab ein Gentleman zu sein,» sagte Noah, die Beine ausstreckend und ein Gespräch fortsetzend, dessen Anfang dem Juden entgangen war. «Nichts mehr von Särgen und Aufwarten bei Herrschaften, Charlotte, sondern nunmehr wie ein Gentleman gelebt; und wenn du willst, sollst du 'ne Dame werden.»

«Ei, das möcht' ich freilich wohl, lieber Noah», antwortete Charlotte; «aber es gibt nicht alle Tage Ladenkassen zu leeren und so, daß man nachher gut davonkommt.»

«Hol' der Geier alle Ladenkassen!» rief Noah aus, «es gibt noch mehr Dinge, die geleert werden können.»

«Was meinst du denn?» fragte Charlotte.

«Taschen, Strickbeutel, Häuser, Postkutschen, Banken», erwiderte Mr. Claypole, dem der Mut wuchs, indem ihm der Porter zu Kopfe stieg.

«Du kannst das aber nicht alles, lieber Noah», sagte Charlotte.

«Ich werde mich nach Genossen umsehen, die es vermögen», versetzte Noah. «Sie werden uns auf die eine oder andere Weise gebrauchen können. Du bist selbst soviel wie fünfzig Weibsbilder wert; denn ich hab' nie eins gekannt, das so voll List und Trug steckte wie du, wenn ich dir freie Hand lasse.»