«Was gibt's?» erwiderte Noah. «Fordert nichts von mir, bis ich mit'm Essen fertig bin. Das ist der große Fehler hier. Es wird einem niemals Zeit genug bei den Mahlzeiten gelassen.»
«Ei, Ihr könnt doch sprechen beim Essen», sagte der Jude, vom Grunde seines Herzens des jungen Freundes Eßgier verwünschend.
«Und es geht obendrein noch besser, wenn ich spreche», versetzte Bolter, ein ungeheures Stück Brot abschneidend. «Wo steckt denn Charlotte?»
«Ich habe sie ausgeschickt heute morgen mit dem anderen jungen Frauenzimmer, weil ich wünschte zu sein allein.»
«Wollte nur, daß Ihr der Dirne erst gesagt hättet, sie sollte Brotschnitte mit Butter rösten. Nun schwatzt aber nur zu – werde mich nicht stören lassen», sagte Noah, und es schien in der Tat wenig auf sich zu haben mit der Besorgnis, daß er sich stören lassen dürfte, denn er war offenbar entschlossen, wacker fortzuarbeiten.
«Ihr habt gestern gemacht Eure Sachen gut», sagte der Jude; «sehr schön. Sechs Schillinge, neun Pence und 'nen halben Penny am allerersten Tage! Das Schratzchen wird Euch machen reich.»
«Vergeßt nicht die drei Bierkannen und den Milchtopf», erwiderte Bolter.
«Nein, nein, mein Lieber. Die Bierkannen waren große Geniebeweise, der Milchtopf aber war ein vollkommenes Meisterstück.»
«Ging wohl an für 'nen Anfänger», bemerkte Mr. Bolter selbstgefällig. «Die Bierkannen nahm ich von 'nem Sout'raingitter 'runter, und der Milchtopf stand draußen vor 'nem Gasthofe; ich dachte also, er möchte rostig werden durch den Regen oder sich erkälten, wißt Ihr. Ha, ha, ha!»
Der Jude stimmte in Mr. Bolters Gelächter, der seine Beschäftigung rüstig weiter fortsetzte, des Scheines halber herzlich ein und sagte, sich über den Tisch hinüberlehnend: «Ihr müßt mir ausrichten etwas, mein Lieber, das erfordert große Sorgfalt und Vorsicht.»