«Kann doch wenigstens dort mit jemand sprechen,» dachte er, «und hab' ein gutes Versteck. Sie suchen mich da am letzten. Ich halte mich 'ne Woche still, zwinge Fagin, zu blechen und schiffe 'nüber nach Frankreich. Gott verdamm mich, ich wag's!»

Sein Plan war, nach Dunkelwerden auf Schleichwegen Fagins Wohnung zu erreichen. Aber der mit ihm vermißte Hund konnte seine Entdeckung und Verhaftung veranlassen. Er beschloß, ihn zu ersäufen, hob einen schweren Stein auf und knüpfte denselben in sein Taschentuch. Ein Gewässer war in der Nähe, er lockte den Hund, allein lange mit vergeblicher Mühe; die Blicke seines brutalen Herrn mochten den Instinkt des Tieres noch verschärft haben. Sikes schmeichelte und drohte, der Hund kroch endlich zu ihm heran, sprang aber, als er sich plötzlich gefaßt fühlte, zurück, lief davon, und Sikes mußte seine Wanderung allein fortsetzen.

49. Kapitel.

Die endlich stattfindende Unterredung zwischen Monks und Mr. Brownlow.

Es wurde dunkel, als Mr. Brownlow mit zwei Männern aus einem Mietswagen stieg, der vor seinem Hause hielt; die letzteren halfen einem dritten Manne heraus und drängten ihn rasch durch die geöffnete Tür hinein. Der Mann war Monks.

Brownlow ging ihnen schweigend in ein hinteres Zimmer voran. Vor der Tür desselben stand Monks widerstrebend still, und die beiden handfesten Männer sahen Brownlow fragend an.

«Entweder oder», sagte Brownlow. «Die Folgen des einen wie des andern sind ihm bekannt. Weigert er sich, hineinzugehen, so führt ihn aus dem Hause, ruft die Polizei zu Hilfe und klagt ihn in meinem Namen als Kapitalverbrecher an.»

«Wie können Sie sich unterstehen, mich so zu nennen?» fuhr Monks auf.

«Wie können Sie es wagen, mich zu einer Anklage gegen Sie zu drängen, junger Mensch?» entgegnete Brownlow, ihn sehr bestimmt anblickend. «Werden Sie unsinnig genug sein, mein Haus zu verlassen? Laßt ihn los! So, Sir. Sie können jetzt gehen – und wir können Ihnen nachfolgen. Aber ich gebe Ihnen mein Wort darauf, sobald Sie den Fuß vor die Tür setzen, sind Sie auch schon wegen Betruges und Raubes verhaftet. Ich bin fest entschlossen. Sind Sie es auch – nun wohl! – aber Ihr Blut kommt auf Ihr eigenes Haupt.»

«Aus wessen Macht bin ich auf offener Straße aufgegriffen und von diesen Schuften hierher gebracht worden?»