«Ja, ja», rief der Jude und nahm rasch die lauschende Stellung an, die er bei seinem Prozesse behauptet hatte. «Ein alter Mann, Mylord; ein sehr, sehr alter Mann.»

«Hier ist jemand, Fagin, der Euch etwas zu sagen hat – seid Ihr ein Mann?» rief ihm der Schließer, ihn schüttelnd und dann festhaltend, in das Ohr.

«Werd's nicht mehr sein lange», rief der Jude zurück, mit einem Angesicht aufblickend, das keinen menschlichen Ausdruck mehr hatte – nur Wut und Entsetzen malte sich darin. «Schlagt sie alle tot! Was haben sie für ein Recht, mich abzuschlachten?»

Er erkannte jetzt Oliver und Brownlow, wich in die fernste Ecke seines Sitzes zurück und fragte, was sie an diesen Ort geführt hätte. Der Schließer hielt ihn fortwährend fest und forderte Brownlow auf, rasch zu sagen, was er ihm zu sagen hätte, denn er würde mit jedem Augenblicke schlimmer.

«Es sind Euch gewisse Papiere zu sicherer Aufbewahrung anvertraut worden, und zwar von einem Menschen, namens Monks», sagte Brownlow, sich ihm nähernd.

«'s ist gelogen – ich habe keine, keine, keine!» erwiderte der Jude.

«Um der Liebe Gottes willen,» sagte Brownlow feierlich, «sprecht nicht so am Rande des Grabes, sondern sagt mir, wo ich sie finden kann. Ihr wißt, daß Sikes tot ist, daß Monks gestanden hat, daß Ihr keine Hoffnung eines Gewinnes mehr habt. Wo sind die Papiere?»

«Oliver,» rief der Jude, dem Knaben winkend, «komm, laß mich dir flüstern ins Ohr.»

«Ich habe keine Furcht», sagte Oliver leise zu Brownlow und ging zu dem Juden, der ihn zu sich zog und ihm zuflüsterte: «Sie sind in 'nem leinenen Beutel in 'nem Loche des Schornsteins oben im Vorderzimmer. Ich möchte gern reden mit dir, mein Lieber – möchte reden mit dir.»

«Ja, ja», erwiderte Oliver. «Laßt mich ein Gebet sprechen, betet auf Euren Knien mit mir, und wir wollen bis morgen früh miteinander reden.»