«Es wäre mir ganz unmöglich!» rief Jack Dawkins, sich in die Brust werfend, aus.

«Und doch könnt ihr eure Freunde im Stich lassen», bemerkte Oliver mit einem halben Lächeln, «und zusehen, daß sie für Dinge bestraft werden, die ihr getan habt.»

«Es geschah bloß aus Rücksicht gegen Fagin», erwiderte Jack kaltblütig. «Die Schoderer[R] wissen, daß wir gemeinschaftlich arbeiten, und er hätte in Ungelegenheit kommen können, wenn wir nicht davongelaufen wären. Schau hier», setzte er hinzu, griff in die Tasche und zeigte Oliver eine Handvoll Schillinge und Halbpence. «Wir führen ä flottes Leben, und was tut's, woher das Geld dazu kommt? Da, nimm hin; wo's her ist, da ist noch mehr von der Sorte. Du willst nicht? O Dümmling, Dümmling aller Dümmlinge!»

«Er ist ä Bösewicht, nicht wahr, Oliver?» fiel Charley Bates ein. «Er wird noch geschnürt werden, nicht wahr?»

«Ich weiß nicht, was das ist», sagte Oliver.

Charley Bates nahm sein Taschentuch, knüpfte es sich um den Hals und stellte die Hängeoperation pantomimisch und vollkommen kunstgerecht dar. «Das ist's», sagte er endlich unter schallendem Gelächter.

«Du bist schlecht erzogen,» bemerkte Jack Dawkins ernsthaft; «indes wird Fagin doch schon noch etwas aus dir machen, oder du wärst der erste, der sich ganz unbrauchbar gezeigt. Also fang nur, je eher, desto lieber, an, denn du wirst mitarbeiten im Geschäft, eh' du's meinst, und verlierst nur Zeit, Oliver.»

Charley Bates fügte noch mehrere moralische Betrachtungen hinzu, schilderte mit glühenden Farben die zahllosen Annehmlichkeiten des Lebens, das sie, er und Jack, führten, und bemühte sich mit einem Worte auf das eifrigste, Oliver zu überzeugen, daß er nichts Besseres tun könne, als baldmöglichst um Fagins Gunst durch dieselben Mittel zu werben, die er und Jack zum gleichen Zwecke angewendet.

«Und vor allen Dingen, Nolly[S],» sagte Jack, als sie den Juden kommen hörten, «bedenk' das: nimmst du keine Schneichen und Zwiebeln –»

«Was hilft's, daß du so zu ihm redest?» unterbrach Charley; «weiß er doch nicht, was du damit sagen willst!»