Es war Stryvers größte Eigenthümlichkeit, daß er für jeden Ort, oder für jeden Raum zu massig erschien. Er war um so viel zu massig für Tellsons, daß alte Commis in fernen Ecken mit flehenden Blicken aufschauten, als ob er sie gegen die Wand quetschte. Selbst „unser Haus“ — das in fernster Perspective in großartiger Ruhe die Zeitung las, zog mißliebig die Augenbrauen zusammen, als ob der Stryversche Kopf in seine hoch verantwortliche Schooßweste gefahren wäre.

Der discrete Mr. Lorry sagte in einem Musterton der Stimme, die er unter den Umständen empfehlen würde, „wie geht es Ihnen, Mr. Stryver? Wie geht es Ihnen, Sir?“ und reichte ihm die Hand. Die Art, wie er dem Andern die Hand schüttelte, hatte etwas Eigenthümliches, was man bei jedem Commis Tellsons bemerkte, so oft er einem Kunden während der Anwesenheit des Hauses im Geschäft die Hand schüttelte. Er schüttelte sie in einer sich selbst wegleugnenden Weise, als ob er es für Tellson u. Comp. thäte.

„Was wünschen Sie, Mr. Stryver?“ fragte Mr. Lorry in seinem Geschäftstone.

„Nein, ich danke Ihnen; mein Besuch gilt Ihnen persönlich, Mr. Lorry; ich möchte ein vertrauliches Wort mit Ihnen sprechen.“

„O, wirklich,“ sagte Mr. Lorry und neigte dem Andern das Ohr zu, während sein Blick nach „unserm Hause“ hinüberschweifte.

„Ich bin im Begriff,“ sagte Mr. Stryver, indem er seine Ellbogen vertraulich auf das Pult legte, worauf es, obgleich es ein großes Doppelpult war, nicht halb genug Pult für ihn zu sein schien. „Ich stehe im Begriff, Ihrer angenehmen kleinen Freundin, Miß Manette, einen Heirathsantrag zu machen, Mr. Lorry.“

Mr. Stryver in Tellsons Comptoir.

„O, du meine Güte!“ rief Mr. Lorry, indem er sich das Kinn rieb und seinen Besuch zweifelnd ansah.

„O, du meine Güte, Sir?“ wiederholte Stryver und trat zurück. „O, du meine Güte, Sir? was meinen Sie damit, Mr. Lorry?“