Der Gefangenwärter machte an einer niedrigen Thüre Halt, steckte einen Schlüssel in ein klirrendes Schloß, öffnete die Thüre langsam und sagte, als sie sich Alle bückten und hineintraten:

„Einhundert und Fünf, Nordthurm!“

Hoch oben in der Mauer befand sich eine kleine mit einem schweren Eisengitter verschlossene Oeffnung mit einem gemauerten Schirm davor, sodaß man nur den Himmel erblicken konnte, wenn man sich tief bückte und dann hinaufsah. Ein kleines nur wenige Fuß tiefes Kamin mit schweren eisernen Stäben davor; ein Haufen alter weißgrauer Holzasche auf dem Herde; ein Stuhl, ein Tisch und ein Strohlager: vier geschwärzte Wände und ein verrosteter Eisenring in einer derselben.

„Leuchtet langsam an den Wänden hin, daß ich sie sehen kann,“ sagte Defarge zu dem Gefangenwärter.

Der Mann gehorchte und Defarge folgte dem hellen Scheine sorgsam mit den Augen.

„Halt! — Sieh her, Jacques!“

„A — M,“ krächzte Jacques Drei, wie er gierig las.

„Alexander Manette,“ sagte ihm Defarge in’s Ohr, indem er den Buchstaben mit seinem von Pulver geschwärzten Zeigefinger folgte. „Und hier hat er geschrieben: Ein armer Arzt. Und jedenfalls hat er auch diesen Kalender in den Stein gekritzelt. Was habt Ihr in der Hand? Ein Brecheisen? Gebt her!“

Er hatte immer noch den Ladestock seiner Kanone in der Hand. Jetzt vertauschte er ihn rasch gegen das Brecheisen und schmetterte mit wenigen Schlägen den wurmzerfressenen Stuhl und Tisch in Stücke.