Die Augen Aller wendeten sich auf die Geschworenen. Dieselben gesinnungstüchtigen Patrioten und guten Republikaner, wie Gestern und Vorgestern und Morgen und Uebermorgen. Hervorstechend war einer unter ihnen, ein Mann mit einem gierigen Gesicht, dessen Finger sich beständig um seine Lippen bewegten und dessen Aussehen die Zuschauer sehr befriedigte. Ein mordlustiger, cannibalenhaft aussehender, blutdürstiger Geschworener war dieser Jacques Drei von St. Antoine. Die ganze Jury sah aus wie eine Jury von Hunden, eingeschworen um Wild zu verurtheilen.

Aller Augen wendeten sich nun auf die fünf Richter und den öffentlichen Ankläger. Dort war heute keine Milde zu erwarten. Grausame, unnachgiebige, mörderische Geschäftsgesichter. Dann suchte jedes Auge ein anderes Auge im Gedränge und wechselte mit ihm einen beifälligen Blick; und Köpfe nickten sich einander zu, bevor sie mit gespannter Aufmerksamkeit sich vorwärtsdrängten.

Charles Evrémonde, genannt Darnay. Gestern freigelassen, von Neuem angeklagt und wieder verhaftet. Anklage ihm gestern Nacht übergeben. Verdächtig und angeklagt als Feind der Republik, Aristokrat, Mitglied einer Tyrannenfamilie, eines Geschlechts das geächtet, weil es seine abgeschafften Privilegien zur schändlichen Bedrückung des Volkes gebraucht. Charles Evrémonde, genannt Darnay, in Folge dieser Aechtung unbedingt todt vor dem Gesetz.

So ungefähr in ebenso wenig oder weniger Worten sprach der öffentliche Ankläger. Der Präsident fragte, ob der Angeklagte offen oder geheim denuncirt sei?

„Offen, Präsident.“

„Von wem?“

„Von drei Stimmen. Ernest Defarge, Weinschenk in St. Antoine.“

„Gut.“

„Therese Defarge, seine Frau.“