„„Endlich ist sie todt?“ sagte der ältere als ich eintrat.
„„Sie ist todt,“ sagte ich.
„„Ich wünsche Dir Glück, Bruder,“ waren seine Worte als er sich umdrehte.
„Er hatte mir vorher schon Geld angeboten, das ich nicht angenommen hatte. Er legte mir jetzt eine Rolle Geld in die Hand. Ich nahm sie, legte sie aber auf den Tisch. Ich hatte mir die Sache überlegt und war entschlossen Nichts zu nehmen.
„„Bitte, entschuldigen Sie,“ sagte ich; „„unter diesen Verhältnissen, nein.“
„Sie sahen einander an, aber erwiderten meine Verbeugung, als ich mich vor ihnen verneigte und wir schieden, ohne daß einer von uns nur ein Wort weiter sprach. ****
„Ich bin müde, müde, müde — niedergedrückt von so vielem Jammer. Ich kann nicht lesen, was ich mit dieser abgezehrten Hand geschrieben habe.
„Am nächsten Morgen in der Frühe wurde die Rolle Geld in einem Kästchen mit meiner Adresse darauf an meiner Thür abgegeben. Ich hatte vom ersten Augenblicke mir ernstlich überlegt, was ich thun sollte. An diesem Tage entschloß ich mich in einem Privatschreiben an den Minister zu berichten, bei was für Patienten und an welchem Orte man meine Hülfe in Anspruch genommen; mit einem Worte, alle Umstände anzugeben. Ich wußte was Hofeinfluß war und welche Vorrechte der Adel hatte und erwartete, daß man von der Sache nie wieder hören werde; aber ich wollte mein Gewissen einer Last entledigen. Ich hatte die Sache streng geheim gehalten, selbst vor meiner Frau; und auch dies beschloß ich in meinem Briefe zu melden. Eine wirkliche Gefahr für mich fürchtete ich nicht; aber ich wußte, daß es Andern gefährlich werden könnte, wenn sie wußten, was ich wußte.
„Ich war diesen Tag sehr in Anspruch genommen, und konnte meinen Brief diesen Abend nicht beenden. Um ihn zum Schlusse zu bringen, stand ich nächsten Morgen lange vor meiner gewöhnlichen Zeit auf. Es war der letzte Tag des Jahres. Der Brief lag eben vollendet vor mir, als man mir meldete, daß eine Dame mich zu sehen wünsche. ****