„Meine liebe Freundin, du tust mir weh. Du weißt gut, daß ich auf der Welt bin, dir zu helfen. Komm nur, komm. Wahrhaftig, es ist schön, armen Frauen Gutes zu erweisen. Man nennt das: der leidenden Menschheit wohltun. Wenn du nichts zu essen hast, denk an mich. Du sagst nichts, du kommst, und ich werde dich verstehen.“
Sie antwortete sanft:
„Das macht nichts. Ich bin heute um drei Uhr aufgestanden, da hab ich den Hunger garnicht gespürt.“
Es war an einem Abend im Dezember. Ein schlimmer Dezember schritt durch die Straßen mit Eis und Wind, herrisch, über unser Menschenfühlen hinweg, drang bis ans Mark und haftete darin, stärker als aller Druck und aller Kummer.
Ein Pariser Dezember, in dem die öffentlichen Mädchen ihre Schultern einziehen, ihre Gesichter einschrumpfen fühlen und im Wind wehen mit den Flammen der Laternen.
Pierre arbeitete in seinem Zimmer. Der Ofen brummte wie ein alter treuer Kater, der zu sagen scheint:
„Bleib daheim, Herr, so wie ich.“
Pierre dachte:
„Das ist eine schändliche Krankheit und greift um sich, wie das Böse um sich greift.“
Er dachte noch: