„Neujahr kommt heran. Die Neujahrstage haben sich sehr verändert. Ich will vom Bureauchef acht Tage erbitten und nach Hause fahren. Mama wird sagen: ‚Da ist mein Pariser!‘ Die alten Frauen werden sagen: ‚Jetzt trauen wir uns nicht mehr, dich zu duzen.‘ Meine beiden Schwestern und die kleine Nichte werden da sein, in der guten Wärme auf dem Lande, die in unser Herz eindringt und unsre Gedanken ausbrütet wie kleine Kücken. Das erste Jahr, in dem ich die Syphilis habe. Ich werde alle küssen und aus ihren Gläsern trinken. Sie werden zu Juliette sagen: Geh, Leckermaul, trink ein wenig aus dem Glas des Onkels. Ich will sie knapp am Haar küssen, wo die Lippen weniger haften. Aber dann werde ich wegen des Glases keine Ausrede gebrauchen können. Mama wird sagen: ‚Dazu hat er nach Paris gehen müssen, um sich diese Fäulnis heimzubringen.‘ Papa wird sagen: ‚Das ist eine feine Gesellschaft für seine Schwestern.‘ Und alle jene, die in Paris keinen Posten gefunden haben, werden sehr zufrieden sein.“
Er dachte auch:
„Ich muß trachten, zur Prüfung zum Brücken- und Straßenbaumeister zugelassen zu werden. Man würde sofort meinen, daß ich nicht mehr gern arbeite. Und ich arbeite, während ich Quecksilber schlucke, und weiß nicht, ob ich, wenn die Zeit der tertiären Erscheinungen kommt, werde leben dürfen.“
Mitten hinein klopfte jemand an die Tür. Pierre erhob sich und vergaß schon seinen Kummer, da es Berthe war und da wir zu jeder Zeit einer Frau bedürfen.
Es war Berthe.
Wie sie eintrat, trat der Winter ein mit ihren Röcken, denen die Kälte entstieg.
Sie sagte:
„Das bin ich. Bei dir ist’s schön.“
Dann:
„O, hör einmal, das weißt du nicht: meine Schwester Blanche ist im Saint-Lazare! Da war eine Radfahrbahn. Blanche tut alles nach ihrem Schädel, fuhrwerkte dort herum und zeigte ihre Waden und alles. Ich habe ihr gesagt: ‚Tu das nicht, du wirst sehen, eines Tages werden sie dich erwischen.‘ So geschah es: wie ich gesagt habe. Bei der Untersuchung auf der Polizei wurde sie als nicht gesund erkannt und zur Heilung nach Saint-Lazare geschickt.“