Berthe setzte hinzu:
„Und jetzt muß ich das Zimmer bezahlen.“
Sie setzte sich und sagte nichts mehr.
Sie rückte ganz nah an den Ofen, so nahe, daß man geglaubt hätte, sie sei unempfindlich oder verrückt, und, die beiden Hände auf den Knien gekreuzt, den Kopf gesenkt, saß sie da.
Unter ihrem Haar sah die arme kleine Frau mehlweiß aus, wie eine lockere Puppe, die zerfällt und umsinkt.
Sie flüsterte noch:
„Und dann, nein, nein. Das dauert schon zu lange.“
Ihr Anblick tat sehr weh.
Nicht alle ihre Gründe waren verständlich, denn Gründe gibt es unzählige, und sie schweben mit hunderttausend Eisenfäusten über unserm Haupt, deren Wucht zusammen mit den Tagen, mit den Leiden, mit den Schlägen, die man empfangen, mit dem Bösen, das man begangen, mit den verbummelten Nächten niederlastet. Es kommt ein Abend, an dem alles zu Ende ist, an dem so viele Mäuler uns zerbissen haben, daß uns keine Kraft mehr bleibt, uns aufrecht zu erhalten, und uns die Fleischfetzen vom Leibe hangen, als wenn all die Mäuler sie zerkaut hätten. Es kommt ein Abend, an dem der Mann schluchzt, an dem das Weib sich am Ende fühlt.
Sie hatte sich schließlich zu dem Jungen geflüchtet in der Empfindung, umzukommen und das womöglich an dem besten Ort zu tun.