Nach dem Essen, während sie im Kaffeehaus saßen, packte es Berthe:
„Ach was, es ist blöd, daß ich mich gräme.“
Sie ergriff das Kognakfläschchen und schüttete es in die Tasse mit entschlossener Gebärde und plötzlichem Kopfnicken. Wahrhaftig, komische Einfälle trieben sie an, wirbelten durcheinander, man sah sie in ihren Augen blitzen. Sie brach in Gelächter aus: Ja, manchmal packt es mich. Sie trank den Alkohol aus wie nichts, und das genügte ihr nicht.
Sie rief: „Vorwärts! Musik!“ und stürzte noch eins hinunter. Ein Irrsinn überkam sie, den Ellbogen immer wieder zu heben, ein förmlicher Irrsinn in Ellbogen und Kopf, in dem Trinken Lust bereitete und die Lust vervielfachte. Sie trank mit einer Geste, wie wenn ein Gärtner sein Blumenbeet begießt, es erhielt sie im Zuge, es trieb sie weiter und mischte eine unbekannte Kraft in ihr Blut. Sie schüttete alles hinab, was da war, und man hätte gedacht, sie schütte etwas zu.
An der Straßenecke stand ein kleiner Knirps. Berthe balancierte, geradezu tanzend, wie ein Seiltänzer. Sie schwang ihm das Bein über den Kopf und rief: „He, hopp!“ Der Junge lachte auf, Berthe bückte sich, um ihn zu küssen, und sagte: „Wie lieb er ist!“
Einen Augenblick war die ganze Welt lieb. Sie erfüllte alles mit Leben, teilte allem ihre Lustigkeit mit und hätte am liebsten alles in ihren Wirbel hineingerissen:
„Mein Mädel, mit der Garde
Marschieren wir herum,
Tra ra tra ra bum bum!“
sang sie und stürzte sich in die offene Tür eines Kaffeehauses: