Transatlantische Reiseskizzen
und
Christophorus Bärenhäuter.
Vom Verfasser des Legitimen und der Republikaner.
Zweites Bändchen.
Zürich,
bei Orell, Füßli und Compagnie.
1834.
Die Fahrt am Red-River.
Es war ein heiterer, heißer Junimorgen, als ich das Redriver[1]-Dampfschiff betrat. Die Sonne brannte wie ein glühender Hochofen, kein Lüftchen wehte, nur der Strom hauchte erfrischende Kühle aus seinen ungeheuern Wassermassen. Ich blickte noch einmal zurück an das Ufer, wo meine Quasi-Freunde standen, erwiederte ihre Grüße mit einem Hang ye[2], und eilte dann in den Salon.
[1]: Redriver, der rothe Fluß, der sich unter Natchez auf der westlichen Seite in den Missisippi ergießt. Weiter oben bildet er die Gränze zwischen den V. St. und Mexico.
[2]: Hang ye! Häng euch! Hol' euch der Henker!
Noch immer gellten mir die Worte in den Ohren: Wohl denn, laß ihn als Hagestolz vegetiren; ohnedem ist er ein wunderlicher Kauz. Beinahe hätte mir mein Spleen gleich beim Eintritte in das Staatszimmer Händel mit einem meiner Reisegefährten zugezogen, der in der Phrase: gemeine tückische Seelen, die ich wiederholt ausstieß, eine ehrenrührige Anspielung auf seine werthe Person zu hören wähnte. Im Grunde genommen, hatte die pfiffige Bostonerinn so unrecht nicht. Ich war wirklich ein ganzer Narr, achttausend Dollars seit vier Jahren Menschen hingegeben zu haben, die, um sie noch andere vier Jahre zu behalten, mir den hämischsten Streich spielten. Ich hätte aus der Haut fahren mögen. Mein ganzes Wesen zuckte. Ich hatte weder Rast noch Ruhe.