Als einige Jahre später die Shawneese-Indianer mit der Regierung der Staaten in Unterhandlungen wegen Abtretung ihrer Ländereien traten, war die Farm Tomahawks zu mehrern hundert Ackern blühender Fruchtgärten und herrlicher Wiesen und Felder angewachsen. Mistreß Tomahawk wies natürlich jede Zumuthung, ihr Land abzutreten, mit Standhaftigkeit zurück, und vertheidigte ihre und ihres Mannes Rechte, wobei ihr der Friedensrichter hülfreiche Hand bot, so wacker, daß die Commissaire noch froh waren, mit einigen tausend Ackern davon zu kommen. Schwerer hielt es, dieselbe Ausnahme mehrern Indianerfamilien auszuwirken; doch auch dies gelang ihr, und einige zwanzig dankbare Familien segnen noch heute ihr Andenken. Und ihr Wohlstand und ihre Zufriedenheit nahmen mit jedem Jahre zu; sie sandte ihre Kinder in die Schule der Missionaire an den Maumeefällen, wo sie zu Christen und Bürgern gebildet wurden, und sie lebt nun, das sichtbare verehrte und werkthätige Oberhaupt ihrer rothen Mitbürger und Mitbürgerinnen.

Der Reisende, den sein Weg über die Haide zwischen Columbus und Dayton nordwärts führt, wird unter und zunächst den Quellen des Miami ein gewaltiges, aus gehauenen Baumstämmen aufgezimmertes Wohnhaus mit Scheunen und Ställen finden, umringt von üppigen Waizen- und Wälschkornfeldern, und auf den Wiesen an die sechzig der schönsten Melkkühe, mit Kälbern, Pferden und Füllen, nicht zu gedenken der Fruchtgärten, die unter der Last von Aepfeln, Birnen und Pfirsichen zu brechen drohen. Um das Haus herum tummeln sich ein halbes Dutzend Jungens und Mädchen von hellrother Gesichtsfarbe, und herausgeputzt, als wären sie so eben aus Stubbs Laden zu Philadelphia gekommen. Am Sonntage lesen sie ihre Bibel, oder satteln sich ihre Pferde, und begleiten Mistreß Tomahawk zur Kirche; dem Häuptlinge, der ziemlich behaglich und comfortabel aussieht, lesen und erklären sie die Zeitungen, und der alte Tomahawk rühmt sich, daß seine Buben bessere Mediciner geworden sind, als die der Weißen. Und er ist noch stark in Zweifel, ob seine zwei ältesten Söhne Advokaten oder Doktoren werden sollen. Zweimal jedes Jahr macht Mistreß Tomahawk eine Tour nach Cincinnati auf ihrem sechsspännigen Wagen, der, mit Butter, Ahorn-Zucker, Käse, Mehl und Früchten beladen, einen Zug darbietet, den kein Gouverneur aufweisen kann. Sie hat stets zwei ihrer Söhne als Vorreiter bei sich. Und sie ist eben so sehr das Schrecken der Marktinspectoren allda geworden, als sie das Orakel und der Liebling aller Marktweiber — und Männer ist.

Nachwort an den geneigten Leser
von den Verlegern.

Es ist wohl selten der Fall, daß Buchhändler es unternehmen, zu ihren Verlagswerken Nachworte oder Nachreden zu schreiben; die Gelegenheit dazu aber bietet dasjenige Buch des Verfassers der Reiseskizzen dar, welches wir voriges Jahr als eine höchst merkwürdige Erscheinung unter dem Titel:

Der Legitime und die Republikaner.

Eine Geschichte aus dem letzten amerikanisch-englischen Kriege.

mit dem Motto:

Ich zittere für mein Volk, wenn ich der Ungerechtigkeit gedenke, deren es sich gegen die Ureinwohner schuldig gemacht hat.

Jefferson.

3 Bde. in 8., thlr. 4, oder fl. 6 rheinisch.