Wenn jener deinen Namen liest,
Gleichgültig nennt, und dann vergißt;
Ist dieß ein schätzbar Glück zu nennen?
Ist dieß die Welt, die von dir hört;
Wenn gegen einen, der dich ehrt,
Dich tausend noch nicht kennen?
Ist dieß des Nachruhms Ewigkeit;
Wenn ein Scribent der Trockenheit
Sich künftig an dein Leben waget?
Und wenn dem Wandrer einst noch spät
Der Stein, vor dem er müßig steht,
Daß du zu früh starbst, saget?
Und ist das Glück so ungemein,
Von einer Welt gerühmt zu seyn,
Die oft den wahren Ruhm verkennet;
Das Laster rühmet, wenn es gleißt,
Die Wildheit Muth, den Unsinn Geist,
Und Ehrsucht Grösse nennet?
Du strebst mit Eifersucht und Angst,
Damit du ihren Ruhm erlangst,
Wohlan, du sollst ihn schnell erstreben!
Doch welch unsichres Eigenthum!
Vielleicht reut bald die Welt der Ruhm,
Den sie dir schnell gegeben.
Die Zahl der Klugen ist nicht groß.
Verlangst du ihren Beyfall bloß,
So such ihn still in ihrer Sphäre.
Der Kluge sieht auf dein Verdienst;
Und bist du das nicht, was du schienst,
So bist du sonder Ehre.
Erwirb dir Tugend und Verstand;
Nicht, um sie, von der Welt genannt,
Mit eitlem Stolze zu besitzen.
Erwirb sie dir mit edler Müh,
Und halte dieß für Ruhm, durch sie
Der Welt und dir zu nützen.
Nicht deines Namens leerer Schall,
Nicht deiner Tugend Wiederhall
Muß dich zu grossen Thaten stärken.
Die Zeit, die Kräfte, grosser Geist!
Die du so laut dem Ruhme weihst,
Die weihe still den Werken.
Erfüllst du, was die Weisheit spricht,
Und gleicht dein Eifer deiner Pflicht:
So wird der Ruhm ihm folgen müssen.
Und wenn dein Werth ihn nicht erhält:
So giebt dir ihn, Trotz aller Welt,
Doch ewig dein Gewissen.