Bet oft zu Gott für deine Brüder,
Für alle Menschen, als ihr Freund;
Denn wir sind Eines Leibes Glieder;
Ein Glied davon ist auch dein Feind.
Bet oft; so wirst du Glauben halten,
Dich prüfen, und das Böse scheun,
An Lieb und Eifer nicht erkalten,
Und gern zum Guten weise seyn.

[Die Ehre Gottes aus der Natur.]

Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre,
Ihr Schall pflanzt seinen Namen fort.
Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere;
Vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort!

Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne?
Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt?
Sie kömmt und leuchtet und lacht uns von ferne,
Und läuft den Weg, gleich als ein Held.

Vernimms, und siehe die Wunder der Werke,
Die die Natur dir aufgestellt!
Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke
Dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt?

Kannst du der Wesen unzählbare Heere,
Den kleinsten Staub fühllos beschaun?
Durch wen ist alles? O gieb ihm die Ehre!
Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun.

Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde;
An meinen Werken kennst du mich.
Ich bins, und werde seyn, der ich seyn werde,
Dein Gott und Vater ewiglich.

Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte,
Ein Gott der Ordnung und dein Heil;
Ich bins! Mich liebe von ganzem Gemüthe,
Und nimm an meiner Gnade Theil.

[Prüfung am Abend.]

Der Tag ist wieder hin, und diesen Theil des Lebens,
Wie hab ich ihn verbracht? Verstrich er mir vergebens,
Hab ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt?
Hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt?