Gott ist der Herr, und seinen Segen
Vertheilt er stets mit weiser Hand;
Nicht so, wie wirs zu wünschen pflegen,
Doch so, wie ers uns heilsam fand.
Willst du zu denken dich erkühnen,
Daß seine Liebe dich vergißt?
Er giebt uns mehr, als wir verdienen,
Und niemals, was uns schädlich ist.
Verzehre nicht des Lebens Kräfte
In träger Unzufriedenheit;
Besorge deines Stands Geschäffte,
Und nütze deine Lebenszeit.
Bey Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben,
Ein ewig Glück in Hoffnung sehn,
Dieß ist der Weg zu Ruh und Leben.
Herr, lehre diesen Weg mich gehn!
[Vom Tode.]
Meine Lebenszeit verstreicht,
Stündlich eil ich zu dem Grabe,
Und was ists, das ich vielleicht,
Das ich noch zu leben habe?
Denk, o Mensch! an deinen Tod.
Säume nicht; denn Eins ist noth.
Lebe, wie du, wenn du stirbst,
Wünschen wirst, gelebt zu haben.
Güter, die du hier erwirbst,
Würden, die dir Menschen gaben;
Nichts wird dich im Tod erfreun;
Diese Güter sind nicht dein.
Nur ein Herz, das Gutes liebt,
Nur ein ruhiges Gewissen,
Das vor Gott dir Zeugniß giebt,
Wird dir deinen Tod versüssen;
Dieses Herz, von Gott erneut,
Ist des Todes Freudigkeit.
Wenn in deiner letzten Noth
Freunde hülflos um dich beben:
Dann wird über Welt und Tod
Dich dieß reine Herz erheben;
Dann erschreckt dich kein Gericht;
Gott ist deine Zuversicht.
Daß du dieses Herz erwirbst,
Fürchte Gott, und bet und wache.
Sorge nicht, wie früh du stirbst;
Deine Zeit ist Gottes Sache.
Lern nicht nur den Tod nicht scheun,
Lern auch seiner dich erfreun.