Sein Name zeigt schon an, daß es in seiner Gegend sehr moorig und filzig sey, und außer dem Teiche erblickt man nichts weiter, als Wald. Aber man hat eine volle Stunde nöthig, ehe man den Teich umgeht, daher kann man sich die große Fläche Wasser vorstellen. Er existirt schon seit dem funfzehnten Jahrhunderte, wo er, da der Schneeberger Bergbau sehr empor gekommen war, zum Treiben der Räder, welche die unterirdischen Wasserkünste in Bewegung setzen, angelegt wurde, wozu er auch noch gebraucht wird. Daher steht er unter bergamtlicher Jurisdiktion, wird zu gewissen Zeiten gefischt und man hat unter andern vor mehrern Jahren sehr große Hechte gefangen. – Bei dem Kanale, durch welchen das Wasser in ein nahes Haus, worin es sich auf die Zechen vertheilt, geleitet wird, steht ein Stein, in welchem man »Dammbruch« eingehauen ließt; dieß ist zur Erinnerung an den 4ten Februar 1783, wo das Wasser den fehlerhaft gewordenen Damm an dieser Stelle durchbrach und das Dorf Zschorlau überschwemmte, wo es mehrere Häuser fortführte, viele sehr beschädigte und einriß, daß 18 Menschen umkamen, und so drang es bis Auerhammer.

Neben dem Filzteiche findet man die große Torfstecherei, welche aber erst seit 1789. vorzüglich in Gang gekommen ist und jetzt gute Dienste leistet. –

Seitwärts bei Neustädtel öffnet sich ein großes Thal, worin man vornen einen ziemlichen Teich erblickt. Durch dieses Thal gelangt man auf einem sehr angenehmen Wege nach Lindenau, einem Dorfe, welches sich ebenfalls in einem seichten, flachen Thale sehr schön ausbreitet und durch seine abwechselnde Umgebungen für den Freund der Natur gewiß viel Reitz hat.

Auf der Poststraße[57] von Schneeberg nach Zwickau kommt man von Griesbach aus erstlich nach und durch Weißbach. Dieses Weißbach ist ein schönes, großes Dorf von einer vortrefflichen Lage, vorzüglich die Gegend bei der Kirche ist so romantisch, so einladend, daß man mit Mühe sich davon trennt. Ich würde mich, so wie über die nachfolgenden Gegenden, gern weiter verbreiten; aber für mich endigt sich hier das obere Erzgebirge. Die Berge werden kleiner, die Wälder seltener und von hier an erblickt man meistentheils Aecker und Felder, kurz, hier ist der Abfall des Wildromantischen und der Anfang des Fruchtbaren und ganz Gefälligen. Man übersieht hier die Gegend um Zwickau, dessen Thurm man auf der Höhe gegen Abend hin auch schon wahrnimmt; ferner stellt sich auch die Gegend bei Wildenfels, nah und fern, dar, und dieses Alles ist ja kein oberes Erzgebirge, welches einzig nur der Zweck dieser Schilderungen ist. Es sei daher Andern überlassen, jene Gegenden zu durchwandern; ich muß meiner Absicht getreu bleiben.

Der Keilberg bei Schneeberg, dessen ich auch erwähnte, ist kein hoher und vorzüglicher Berg; es ist vielmehr ein breites, sanft und allmählich ansteigendes Gebirge, auf dessen Fuße eigentlich Schneeberg liegt, wenn man es genau betrachtet. Auf der Höhe des Keilberges trifft man in der dünnen Waldung mehrere niedrige Felsen und Felsenblöcke, so wie dahinter einige Teiche. Auf dieser Höhe hat man eine vortreffliche und weite Aussicht.

Auch habe ich vorn von einem Wolfsberge gesprochen; dieser liegt gleich dem Schneeberge gegenüber und bildet mit diesem ein Thal, durch welches der Fahrweg nach Schlema herab geht. Dieses Gebirge bricht sich dem Stangenberge gegenüber gegen Morgen hinab, an der Ecke ragt ein ziemlich hoher Fels auf, worin man den Eingang einer Höhle erblickt, welche aber nur etwa eine Elle lang ist. An diesem Berge stehen einige Eichen, die einzigen in der ganzen Gegend. –

In der Fortsetzung dieser Wanderungen werde ich den Leser über Schwarzenberg, Geyer, Scheibenberg nach Annaberg und von da weiter herum führen. Auch nach Wiesenthal um des Fichtelberges willen werden wir einen Abstecher machen müssen.

Jetzt will ich noch von den Festen, Gebräuchen und Vergnügungen des obern Erzgebirges erzählen, worin man gewiß viel Interessantes und Nationales finden wird.