5.
Der Pfingstlümmel.

Am ersten Pfingstfeiertage sorgt jedes Glied in einer Familie, daß es nicht zuletzt im Bette angetroffen werde: ist dieses der Fall, so wird man ausgelacht, verspottet und Pfingstlümmel genannt. Den ganzen Tag über, wohin man geht, hört man sich so nennen und wird ausgelacht. Das ist nun die größte Lust, wenn mehrere solche Pfingstlümmel zusammen kommen und sich selbst über einander lustig machen. Auch auf den Zechen, Tags vorher ist dieß der Fall und so bei vielen Professionen und Ständen, auch sogar die Hirten beobachten diesen Gebrauch, wer der erste ist, klatscht ein Konzert mit der Peitsche.


6.
Der Johannisabend.

Es ist auch an mehrern Orten des obern Erzgebirges, vorzüglich an der böhmischen Gränze, Gebrauch, am Abende vor dem Johannisfeste große Feuer an zu machen. Man sorgt aber nicht für die Größe des Feuers, sondern vielmehr, daß ein dicker, großer Dampf entstehe; deswegen nimmt man grünes Reißig und schürt diese Johannisfeuer in Thälern an den Bächen an, damit man durch eingeweichtes Fichtenreißig einen recht dicken Dampf machen könne. Dieser Gebrauch ist auch bei den Gränzböhmen häufig, aber ich konnte nirgends eine bestimmte Ursache erfahren. Geschieht es dem Johannes zu Ehren oder liegt irgend ein Aberglaube zum Grunde? ich weiß es nicht.

Am Johannistage selbst tanzen die Kinder um eine mit Bändern, Kränzen und vergoldeten Eierschalen geschmückte junge Tanne. Doch dieser Gebrauch herrscht fast überall in Sachsen.


V.
Die vorzüglichsten Vergnügen im obern Erzgebirge.