b) Die bekanntesten, wahren, aus kohlensaurem Kalk bestehenden Marmorarten der Griechen und Römer.

marmor parius, auch lychnites und lychdinus, war ein schöner weisser Stein aus dem Gneisgebirge der Insel Paros (jetzo Paris), einer der Cycladen, der von den Griechen sehr geschätzt wurde. Die alten Brüche liegen jetzo unbenutzt, die jetzigen Künstler nennen den Stein marmora graeca duro.

marm. thasios, von der Insel Thasos, jetzo Tasso, im ägäischen Meere bey Thrazien, ausserordentlich weiss, fein und schön, war ein Hauptmaterial der alten griechischen Künstler.

marm. lebsius, von der Insel Lesbos, jetzo Metellino im ägäischen Meere, dem vorigen sehr ähnlich, etwas bläulicher,

marm. pentelicus, vom Berge Penteles bey Athen, wo die grossen unterirdischen Brüche noch vorhanden sind. Der marmor graeco fino der Archäologen, ein zarter, weisser Marmor. Aus demselben bestehen viele Statuen, auch sind das Parthenon und viele Prachtgebäude daraus erbauet. Er hat öfter grüne Stellen, heisst dann Cipolino (Zwiebelmarmor).

marm. lunensis, von den Künstlern jetzo bardiglio oder bigio di Carara genannt, ist der jetzo allbekannte Marmor von Carara in Toscana (sonst Luna in Hetrurien), der durch ganz Europa verführt wird, der im alten Rom zu Statuen und Prachtbauten vorzugsweise verwendet wurde.

marm. hymettus, vom Berge gleiches Namens, ohnweit Athen, ein weisser und grauer grossschuppiger Marmor, der beym Reiben etwas stinkt, jetzo marmo cipolla der Künstler.

marm. proconensis und cyziscecum von der Insel Proconensis im Hellespont, der Stadt Cyzicus gegenüber, das heutige marmora, weiss mit grauen und blauen Adern, wurde sehr allgemein in den griechischen Städten zu Säulen und Prachtbauten verwendet, wird jetzo wenig gebrochen.

marm. ephesius, ein blendend weisser Marmor von Ephesus in Ionien (Kleinasien), vorzüglich verwendet zu dem berühmten Tempel der Diana daselbst, mit Säulen von 160' Höhe. Unterirdische, unendlich ausgedehnte Steinbrüche sind noch vorhanden.

marm. phrygius, synadicus, docimenum, δοκιμευς, ein sehr schöner weisser, auch roth- und blauadriger Marmor, von Docimeum und Synada, ohnweit Nicaea in Phrygien; die ausgedehntesten alten Brüche findet man noch jetzo bey Eski-kara-Hissar (dem alten Synada), wo Blöcke über 100' Höhe gewonnen wurden. Er ging viel nach Griechenland, später besonders nach Rom, wurde so häufig angewendet, dass im Mittelalter der Marmor überhaupt δοκιμινον genannt wurde.