3. Grünporphyr, verde antico der Künstler. Eine Grundmasse von grünem, dichtem Feldstein, mit Einmengungen von Feldspath und mehr oder weniger Hornblende; ein sehr zähes Gestein, das aber häufig zu Werken der Kunst im Alterthume diente.—Der marmor lacedaemonicus und crociacus, λιθος κροκιατêς, ist ein schöner, ausgezeichneter Grünporphyr, der bey dem alten Crocos in Laconien gebrochen wurde (s. Expedition scientifique de Morée pag. 131). Der marmor augustum und tiberium wird der ägyptische Grünporphyr seyn, von dem sich mehrere Kunstwerke erhalten haben, der in Oberägypten bey Syene häufig vorkommt, die Künstler nennen ihn verde ranochia.
4. Grünstein, diabase, besteht aus Feldspath und Hornblende, wird oft feinkörnig bis zum Dichten, findet sich häufig in Oberägypten, ist der granitello verde d'Egitto, und bey feinerem Korn basalt vert oriental der Künstler. Zuweilen hat die Grünsteinmasse Trümmer von Granit und Porphyr eingemengt, das Gestein ist dann bekannt als Breccia d'Egitto. Viele ägyptische Kunstwerke bestehen aus diesen Gesteinen; wir kennen den speciellen Namen im Alterthume nicht; wahrscheinlich wurde sie wohl zu dem basanites gerechnet.
5. Hornblendgestein; melampyre, amphibolite, aphanit im Französischen; basalte nero der Künstler und Archäologen. Ist ein dunkelgrünes, fast schwarzes Gestein aus vorwaltender Hornblende, der mehr oder weniger schwarzer Glimmer, Feldspath und Quarz beygemengt seyn kann, bildet mit ähnlichen Trappgesteinen, besonders in Aegypten mächtige Einlagerungen im granitischen Gebirge. Es ist ein höchst zähes, ungemein schwer zu bearbeitendes Gestein; gleichwohl verarbeiteten es vorzugsweise die Aegypter zu Statuen und andern Kunstwerken.—Wenn sich in die ziemlich reine Hornblendmasse viel Feldspath einmengt, gehet das Gestein in Grünstein, und wenn Glimmer dazu tritt, in Syenit über, der dem Granite verwandt ist, welchem aber eigentlich die Hornblende fehlt. Um Syene im Nilthale bilden rother Granit und Syenit grosse Gebirgszüge, ihnen zur Seite stehen Felsen von dunkelm Ansehn, reich an Hornblende, in denen bedeutende Lager von rabenschwarzer, harter, zäher Hornblende vorkommen. Diese war der
λιθος βασανιτος der Griechen, der basanites der Römer, welcher Name mehrfach erwähnt wird. Nur einmal in der alten Litteratur, bey Plin. 36. 11. kommt das Wort basaltes vor, aber bey Vergleichung der hierher gehörigen Stellen kann man nicht im geringsten zweifeln, dass der Name basaltes bloss durch einen Schreibfehler für basanites stehet. Den Namen basaltes kannte das Alterthum gewiss gar nicht. Den fehlerhaften Namen basaltes übertrug Georg Agricola (der die neuere Mineralogie begründete) auf unsern Basalt, der von dem basanites der Alten wesentlich verschieden ist, in Aegypten gar nicht vorkommt. Aus dem Basanit (basalte nero) wurden Statuen, auch sehr grosse gefertiget, wozu unser Basalt gar nicht geeignet ist.
Der λιθος μελανος, oder der schwarze äthiopische Stein der Griechen und Römer, wurde unterschieden von dem basanites und von dem bunten äthiopischen Stein, unserm Syenit. Man wendete ihn an zu Reibsteinen, besonders zu Platten, mit denen auch der untere Theil der sogenannten dritten Pyramide belegt war. Diese Platten sind zum Theil noch vorhanden, bestehen meist aus Granit, theils aus dunkler Hornblende mit Quarz (s. v. Moll's Annalen I. v.J. 1802, Pag. 165), welches Gestein sich ganz wohl zu Reibsteinen eignet.
6. Granit, Syenit. Das körnige Gemenge von Feldspath, Quarz und Glimmer oder Hornblende, nannte man sonst Syenites, später Granit; Werner unterschied von dem eigentlichen Granit, der Glimmer (und keine Hornblende) führt, den Syenit, der Hornblende (und keinen Glimmer) enthält, aber in der Natur gehen beide Gesteinarten ohne Abschnitt oft in einander über, und da der Glimmer oft auch schwarz ist, sieht er der Hornblende sehr ähnlich. Je nachdem grauer Quarz, rother Feldspath, schwarzer Glimmer oder Hornblende, mehr vorwaltend wird, erhält das Gestein ein anderes Ansehen; die italienischen Künstler unterscheiden granito rosso,—bigio und—nero, der viel schwarzen Glimmer oder dunkle Hornblende enthält, und indem diese vorwaltender wird, bildet sich der Uebergang in den basalte nero. Die Uebergänge von Granit, Syenit, Grünstein, Hornblendgestein in einander sind sehr häufig in Oberägypten und Aethiopien. Das granitische Gestein nimmt eine sehr schöne Politur an, aber wegen seiner Härte sind Kunstwerke daraus in der neuern Zeit höchst selten, im Alterthume, besonders in Aegypten, waren sie äusserst häufig, zum Theil höchst colossal, wie z.B. die Obelisken, auch die Grösse der Steinbrüche setzt uns in Erstaunen.
syenites der Griechen und Römer war der ägyptische Granit und Syenit, der Name ist ein ägyptischer, hängt zusammen mit der Stadt Syene in der Thebaide, wo die wichtigsten Brüche waren. Nach Plin. 36. 13 trug das Gestein auch den griechischen Namen pyropaecilon, Herodot II. 137 bezeichnet es als bunten äthiopischen Stein. Diess Gestein, aus dem die Obelisken bestehen, kennen wir sehr gut, es ist ein wahrer Granit aus vorwaltendem rothem Feldspath, grauem Quarz und etwas schwarzem Glimmer, doch kommt wirklicher Syenit, mit viel Hornblende, auch im dortigen Gebirge vor.
Der Name Granit, mit dem man fälschlicherweise den syenites der Alten bezeichnet, stammt aus neuerer Zeit, hängt wohl mit granosus zusammen, wie man den Stein seines körnigen Gefüges wegen genannt haben mag; im mittelalterlichen Latein wird ein marmor granitum, quasi granis conspersum erwähnt. In der alten Bergwerkssprache heisst grintstein ein schlechter Stein, der aus verschiedenen Materien bestehet, woraus vielleicht Granit geworden seyn kann.
Der Name Granit ist in die wissenschaftliche Sprache der Völker übergegangen, übrigens heisst er: bato betul im Malaiischen;—λυβικος oder νουμικος λιθος im Neugriechischen;—graberg im Schwedischen;—schpatowoi dekoi kamene im Russischen;—zula im Böhmischen.
7. Gneiss, Gneus, dem Granit geognostisch sehr verwandt, ebenfalls aus Quarz, Glimmer und Feldspath bestehend, aber in fasrigem halbschiefrigem Gefüge, der keine Politur annimmt, im Alterthume nicht beachtet seyn mag. Der Name ist neuern, aber unbekannten Ursprunges; der Bergmann in Böhmen und Sachsen braucht häufig die Worte: Kneis, Geneis, Ginest, Gniest, Kniest, Knaust für hartes Gestein, auch gneisig für fest; sie mögen wohl slawischen Ursprunges seyn. Im Böhmischen heisst er übrigens rula, im Schwedischen mark groesten.