8. Porphyr. Porphyrartig nennen wir ein Gestein, wenn es aus einer vorherrschenden Grundmasse bestehet, in der krystallinische Mineralien eingemengt sind. Bey dem eigentlichen Porphyr bestehet die Grundmasse aus Feldstein, in welchem Feldspath, Quarz, etwas Glimmer oder Hornblende liegen. Am gewöhnlichsten ist das Gestein roth, zeigt sich aber auch grün oder schwarz. Das Gestein ist, besonders in manchen Abänderungen, sehr politurfähig; das Alterthum verarbeitete besonders den ägyptischen (aus den grossen Brüchen zwischen Berenice und Coptos, in dem mons porphyrites, jetzo Dschebel dochan, wo die ausgedehntesten Steinbrüche noch vorhanden sind). Jetzo sind grosse Schleifereien in Elfdalen (Schweden) und im Altai. Dieser, wie der antike Porphyr (porfido rosso der Künstler), hat eine bräunlich rothe Grundmasse, in welcher kleine röthliche Krystalle von Feldspath (Albit), von Glimmer oder Hornblende, auch wohl kleine Flitterchen von Eisenglanz, selten Quarzkörner liegen.

Es ist diess der πορφυριτης, porphyrites der Griechen und Römer (der den Namen von πορφυρα, die Purpurfarbe, hat), der auch leptosephos oder leucostinctus hiess. Der Name Porphyr ist in die wissenschaftliche Sprache aller Völker übergegangen. Im Türkischen heisst er sumaki oder sumaki mermer.

Anhangsweise mögen hier noch ein Paar ägyptische Gesteine erwähnt werden, die zwar nicht politurfähig sind, aber im Alterthume erwähnt werden.

λιθος τροικον, lapis troicus ist der in Unterägypten verbreitete, zur Kreideformation gehörige Nummulitenkalk, reich an Petrefacten, besonders Nummuliten, die man im Alterthume, wegen ihrer Form mit Linsen verglich, wie Strabo und Plinius erwähnen. Dieser Kalkstein lieferte das Hauptmaterial zu den Pyramiden und andern grossen Bauwerken. Der λιθος πορος, den Theophrast §. 15 erwähnt, mag auch hierher gehören.

Der lapis thebaicus, auch psarronium ist der, durch die Thebaide, über Aegypten, Abessinien, Syrien u.s.w. verbreitete Flötzsandstein, der hier mächtige Felsgebilde darstellt, auch zur Kreideformation gehören wird. Er ist meist ziemlich feinkörnig, manche Schichten sind grobkörnig und ausserordentlich fest (breche silicieuse); manche sind grobe Breccien, die zuweilen eine grüne Farbe haben (breccia verde d'Egitto). In diesem Sandstein liegen die Grabkammern der Aegypter, zuweilen ganze unterirdische Paläste, aus demselben bestehen die meisten grossen Bauwerke und Monolithen.

E. Kreide.

Ist ein weisser, erdiger, lockerer, schreibender Kalkstein; dient als Poliermittel, vorzugsweise als Farbe; besonders fein präparirt heisst sie: blanc d'Espagne, blanc de Bougival. Geognostisch bedeutet das Wort die, zur Kreideformation gehörigen Flötze, meist harter Kalk- und Sandstein.

kin im Chinesischen (ist auch Thon);—sadagara (weisse Erde) im Tibetanischen;—dhavalamrittika (weisse Erde), aus khati im Sanscrit;—khatika, khadimati im Bengalischen;—simie-chunamboo im Hindu.

kavidsch im Armenischen;—law, akuan, chack im Persischen;—hawwara, debesur im Arabischen;—tebaschyr im Türkischen;—maret tzaoda im Abessinischen.

criadh, cailc im Gälschen;—creye, cleiz im Bretonischen;—marm im Wälschen;—krida, creta im Walachischen.