§. 5. Alaun.

Der Alaun ist chemisch eine schwefelsaure Thonerde von bekanntem Geschmack, die aber nicht für sich, sondern nur mit Zusatz von etwas Kali krystallisirt. Er findet sich nicht häufig in der Natur, nur in einigen vulkanischen Gegenden, wird meist künstlich aus alaunhaltigen Gesteinen bereitet, was schon seit ältester Zeit geschehen ist. Der Alaunstein (s. oben), dem Feldstein verwandt, liefert nach heftigem Brennen, beym Auslaugen viel Alaun, der früher, auch im Mittelalter, vorzüglich in Kleinasien fabricirt wurde. Grosse Fabriken waren bey der Stadt Roche jetzo Edessa in Syrien wurde. Schon im 13. Jahrh. bestanden Alaunwerke bey Neapel, im 15. Jahrh. entstanden die grossen Alaunwerke bey Rom, und der römische Alaun ist auch jetzo noch sehr geschätzt. Manche Schiefer—Alaunschiefer—geben ebenfalls Alaun, so auch manche kohlige Straten der Braunkohlenformation—Alaunerde. Bey Friesdorf ohnweit Bonn am Rheine benutzt man gegenwärtig solche Alaunerde, und hat dabey die deutlichsten Reste einer Alaunfabrik gefunden, die hier zur Römerzeit von den Germanen betrieben wurde.

Der Alaun hat jetzo, und hatte stets und bey allen cultivirten Völkern, eine grosse technische Anwendung, besonders in der Färberey, auch zur Bereitung der Lackfarben, in der Medicin u.s.w.

pe-fan, hong-fan im Chinesischen; fan ist Alaun und Vitriol;—nü-pan auf Korea;—miobare im Japanischen; yatchin fekchoun im Tartarischen;—changuien-fe-choun [or: changuien-fechoun] im Tartarisch-Mandschu;—tawas im Malaiischen; poghljegh im Armenischen.

phitkara, auch spatika im Sanscrit;—phitkaree, phitkari im Hindu;—phatkiri im Bengalischen.

sak im Persischen;—schab im Türkischen;—schebba-spi [or: schebbaspi] im Kurdischen;—seb, schabbak, shub, zeme im Arabischen;—scebbo yl gmyl im Maltesischen:—σεπ, sebo, asep im Mittelalter;—alsech bey den Alchemikern, auch achachi, altach, azub, azama, calis, alume.

oben im Koptischen;—adlo im Syrischen;—timso, temso im Magyarischen, timso-föld ist Alaunwerk, timsokö Alaunstein.

stips im Albanischen;—stipse, auch petra acra im Walachischen;—stipsa im Illyrischen;—στυψη im Neugriechischen;—στυπτηρια im Griechischen (στυψις ist das Zusammenziehende, Herbe, auch die Beize der Färber, στυψειν zusammenziehen).

alm, ailm im Gälischen;—allawg im Wälschen;—alum im Bretonischen;—alumen der Römer, auch melinum (von der Insel Melos), der haarförmige (unser natürlicher Federalaun) war trichites, der feste strongyle, der flüssige phorimon, puraphoron, welche Arten häufig auf der Insel Melos sind;—alun im Französischen, Isländischen, Schwedischen, Dänischen;—alun, auch alumbre im Spanischen, auch xebe (aus dem Arabischen);—alum, allon im Englischen;—alumen im Portugiesischen;—aluin im Holländischen und Belgischen;—alun, halun im Polnischen;—galum im Windischen;—jelun im Illyrischen;—aluna, alun kedke im Lappländischen;—aluna im Finnländischen;—aluns, alluhns im Lettischen;—alet im Schweizerischen;—efne im Angelsächsischen.