B. Zinnlegierungen.
a) Zinn und Kupfer giebt die Bronce, die schon erwähnt ist.
b) Zinn mit wenig Blei giebt das Metall zu dem Zinngeschirr, ist das coarse pewter der Engländer, feodar im Gälschen.
c) Zinn mit gleichem Theil Blei giebt das bekannte Schnellloth, Schlagloth, argentarium tertiarium der Römer.
d) Zinn und Wissmuth giebt ein höchst leichtflüssiges Metall, das Zinnloth, das besonders zum Zusammenschmelzen des Zinnes gebraucht wird; ist das eigentliche pewter der Engländer (aus 9 Theilen Zinn und 1 Theil Wissmuth).
e) Zinn und Schwefel giebt das Musiv- oder Muschelgold von schön goldgelber Farbe;—(or mussiv, or de mosaique im Französischen);—malare gull im Schwedischen.
C. Zinnerz, Zinnstein.
Der Zinnstein ist Zinnoxyd und meist krystallisirt, der sich meist in Gängen, auch in Seifen findet, aber bauwürdig nur an wenigen Punkten, besonders in Indien, England, Böhmen und Sachsen. Die wenigen andern Zinnerze sind so selten, dass der Zinnstein das einzige Erz ist, aus dem Zinn geschmolzen wird, und er muss überall bekannt seyn, wo Zinn gewonnen wird.
kalin soll in Indien der Name seyn;—marchasita im Arabischen begreift auch den Zinnstein, so auch markeschitto im Syrischen;—ibn-gnaek im Abessinischen (d.i. Zinnstein);—tinstone, tinore im Englischen; flooran ist eingesprengtes Zinnerz, scove ist Stuferz in den Zinnsteingängen, aber scovan ist Granit der Zinnsteingänge;—tinberg, tinmalm im Schwedischen;—tinerz im Dänischen;—zihnstein der teutschen und böhmischen Bergleute; graupen, graupel, zihngraupen, als rothe, gelbe, weisse sind die grössern reinern Krystalle (wohl von kraupi im Czechischen das Korn, der Hagel), keffer, rammel, plautze, zihnkeffer heisst das graupige Zinnerz aus den Zinnseifen, zwitter, zytter ist das Zinnerz im Allgemeinen, daher Zwittergänge, Zwitterpocher, Zwitterheerde u.s.w. und hängt dieses Wort offenbar mit kositer (s. oben) zusammen.
ruda cinowa im Czechischen;—cynowy kruszel, ruda cynowa im Polnischen;—olowännoi ruda im Russischen;—czin-erez im Magyarischen.