B. Die Gattung Lasurstein mit Ultramarin.

Der Lasurstein ist ein, seit den ältesten Zeiten bekannter lasurblauer, unkrystallisirter, undurchsichtiger Schmuckstein, der zum Theil in bedeutenden Stücken einbricht, häufig krystallisirten Schwefelkies eingemengt enthält, sich nur in der Bucharey, am Baikal-See, im Badakschan findet. In den Mineralsystemen hat er einen sehr wechselnden Platz gehabt; Guyton glaubte zuerst 1801, dass das geschwefelte Eisen der färbende Stoff sey.

tschingt-chan im Chinesischen, ist der dunkle, zuisang der hellere.

nilaa (d.i. der blaue) im Hindu;—whidurga in Bengalen;—vaidurga, viduradscha im Sanscrit, auch nilopala (der blaue Edelstein), balaradscha, balawajadscha, balasurga, gawarka, kaitawa, keturatna, abrahoha.

lazuwerdi im Malaiischen, auch godschasm;—ladwery im Türkischen (latschmore ist Veilchenblau);—ladschiwerd im Persischen, auch langswerd und lazuard, mit den Arten: a) bedadschi;—b) gurdschi;—c) dermari;—d) kermar.—(lazur ist das Ultramarin). Am Fundorte, in Badakschan unterscheidet man 3 Arten: a) ladschword nili, den indig-blauen;—b) -asmani den hellblauen;—c) suvsi, den grünlichen;—landschiwer im Arabischen, auch asurad, zemech, zumelazuli (von azul, der Himmel), alzagur, hagiar alzemar, maha (lazur ist Ultramarin);—lasrad im Syrischen, auch satphiros (von saphilo, blau).

samper im Aethiopischen, auch sofor, sophor;—saphir im Chaldäischen, auch esphor; schabsis wird mit sapphirus übersetzt;—saphir im Hebräischen; bey den Rabbinen auch sampurian, sampurina;—σαπφειρος der Griechen (daher unser Name Sapphir für einen ganz andern Stein);—sapphirus der Römer;—ζαφιρυς im Mittelalter, auch ζηφυρος, ζαφηρη, cyaneus, lazur, lazurium, lapis armenius;—llasur im Wälschen, azura im Gälischen;—πετρα λαζουλη im Neu-Griechischen; lapis lazuli im neuern Latein.

iasurick im Russischen, auch lazourewoi kamene; lazur im Polnischen; lasura im Windischen;—sagasilje im Bosnischen;—lazukö im Magyarischen;—azur im Französischen;—azurstone im Englischen;—lazursteen im Holländischen, Dänischen, Schwedischen.

Anhang.

Unser Ultramarin.

Aus dem Lasursteine bereitet man die schönste, aber sehr kostbare blaue Farbe—das Ultramarin—die bey den Chinesen schon längst, besonders in der Porzellanmalerei angewendet wurde; die orientalischen Völker kannten sie, auch wahrscheinlich die alten Griechen, die sie λαζουριον genannt haben mögen; häufiger benutzte man ein blaues Kupferglas (s. unten Kupfer) und die Smalte, d.i. Kobaltglas (s. dieses). In der neuern Zeit war es Vanuccio Biringoccio, der 1545 die Bereitung des Ultramarin lehrte (den er sehr von der azurra del Alemagno (Schmalte), unterschied).