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Doch, wenn er auch gezweifelt hätte,
Der Becher und das Horn, das ihm an goldner Kette
Um seine Schultern hing, ließ keinem Zweifel Platz.
Der Becher sonderlich dünkt dem verjüngten Alten
Das schönste Stück im ganzen Feenschatz.
Herr, spricht er, (im Begriff den Bügel ihm zu halten)
Noch einen Zug, dem guten Zwerg zum Dank!
Sein Wein, bey meiner Treu'! ist echter Göttertrank!

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Und nun, nachdem sie sich gestärkt zur neuen Reise,
Ging's über Berg und Thal, nach alter Ritter Weise,
Den ganzen Tag; und nur ein Theil der kurzen Nacht
Wird unter Bäumen zugebracht.
So zogen sie, ohn' alles Abenteuer,
Vier Tage lang—der Ritter schon im Geist
Zu Babylon, und glücklich sein Getreuer,
Daß Siegwins Sohn es ist, dem er zur Seite reist.

Dritter Gesang.

1
Am fünften, da ihr Weg sich durch Gebirge stahl,
Auf einmahl sehen sie in einem engen Thal
Viel reiche Zelten aufgeschlagen,
Und Ritter, mehr als zwanzig an der Zahl,
Die gruppenweise umher in Palmenschatten lagen.
Sie ruhten, wie es schien, nach ihrem Mittagsmahl:
Indessen Helm' und Speer' an niedern Ästen hingen,
Und ihre Pferde frey im Grase weiden gingen.

2
Kaum wird die ritterliche Schaar
Der beiden Reisigen noch auf der Höh' gewahr,
So raffen alle von der Erde
Sich eilends auf aus ihrer Mittagsruh,
Als ob zum Kampf geblasen werde.
Das ganze Thal wird reg' in einem Nu,
Man zittert hin und her, man läuft den Waffen zu,
Die Ritter rüsten sich, die Knappen ihre Pferde.

3
Laß sehen, spricht mein Held zu Scherasmin,
Was diese Ritterschaft, die dem Verdauungswerke
So friedlich obzuliegen schien,
In solche Unruh setzt.—Wir selber, wie ich merke,
Erwiedert jener; seyd auf eurer Hut.
Sie kommen uns in halbem Mond entgegen.
Herr Hüon zieht mit kaltem Blut den Degen,
Freund, spricht er, der ist mir für allen Schaden gut.

4
Indem tritt aus dem Kreis, in seinem Wehrgeschmeide,
Ein feiner Mann hervor, grüßt höflich unsre beide,
Und bittet um Gehör. Mit Gunst, Herr Paladin!
Ein jeder, spricht er, ist hier angehalten worden,
Wer noch von unserm Stand und Orden
Seit einem halben Jahr in diesem Thal erschien.
Nun steht's in eurer Wahl, ein Speerchen hier zu brechen,
Wo nicht, sogleich zu thun, warum wir euch besprechen.

5
Und was? fragt Hüon züchtiglich.
Nicht weit von hier, spricht jener, mästet sich
In einer festen Burg der Riese Angulaffer;
Ein arger Christenfeind, ein wahrer Wütherich,
Auf schöne Frau'n erpichter als ein Kaffer,
Und, was das schlimmste ist, fest gegen Hieb und Stich,
Kraft eines Rings, den er dem Zwerg genommen,
Aus dessen Park die Herren hergekommen.

6
Mein Herr, ich bin ein Prinz vom Berge Libanon.
Ich hatte mich dem Dienst der schönsten aller Schönen
Drey Jahre sonder Minnelohn
Verdingt, bevor sie sich so viele Treu' zu krönen
Erbitten ließ: und wie ich nun als Bräutigam
Ihr eben itzt den Gürtel lösen wollte,
Da kam der Wehrwolf, nahm sie untern Arm und trollte
Vor meinen Augen weg mit meinem holden Lamm.

7
Fast sieben Monden sind verflossen,
Seit ich zu ihrem Heil mein äußerstes versucht:
Allein der Eisenthurm, worein er sie verschlossen,
Wehrt mir den Zugang, ihr die Flucht.
Das Einz'ge, was von Amors süßer Frucht
Ich in der langen Zeit genossen,
War, Tage lang von fern auf einem Baum zu lauern,
Und hinzusehn nach den verhaßten Mauern.