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Demnach, so hatt' er, stracks als ihm sein Ohr gesungen,
Mit seiner Ritterschaft zu Pferde sich geschwungen,
Und kam in vollem Trab, falls etwa die Gefahr
Durch Hüons Tapferkeit bereits vorüber war,
Die Schöne in Empfang zu nehmen,
Dem fremden Ritter Gottes Lohn
Zu wünschen, und—ein wenig sich zu schämen,
(Denkt ihr) allein, er war ein Prinz von Libanon.

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Herr Hüon, unverhofft des Umwegs überhoben
Mit Angela zurück ins Palmenthal zu gehn,
Läßt von den schönen Herr'n sich in die Wette loben,
Und fühlt sich just dabey so gut, als ob man ihn
Gescholten hätt'. Und nun, die Wohlthat zu vollenden,
Wird, durch des Ringes Kraft, von unsichtbaren Händen
Mit allem was den Gaum ergetzt
Ein großer runder Tisch in Überfluß besetzt.

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Ah, ruft die schöne Braut, schier hätt' ich es vergessen:
Herr Ritter, ehe wir zum Essen
Uns setzen, geht und schließt mit eigner Hand geschwind
Des Riesen Harem auf; denn funfzig Jungfern sind
Noch außer mir in diesem Thurm verwahret;
Der schönste Mädchenflor, ein wahres Tulpenbeet!
Er hatte sie für seinen Mahomed
Zu Opfern, denk' ich, aufgesparet.

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Der Harem thut sich auf, und zeigt, in vollem Putz
Und buntem lieblichem Gewimmel,
Ein wahres Bild von Mahoms lust'gem Himmel.
Herr Hüon läßt die Damen all' im Schutz
Der schönen Herr'n, und ist schon weit davon geritten,
Da hinter ihm noch alles lärmt und schnarrt,
Die Ehre seiner Gegenwart
Sich wenigstens zur Tafel auszubitten.

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Schon schlich, indeß in Grau das Abendroth zerfloß,
Der stille Mond herauf am Horizonte,
Als Hüon, weil sein Gaul nicht länger laufen konnte,
An einem schönen Platz zu ruhen sich entschloß.
Er sieht sich auf der grünen Erde
Nach einem Lager um, indessen für die Pferde
Sein Alter sorgt. Auf einmahl steht, ganz nah,
Ein prächtiges Gezelt vor seinen Augen da.

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Ein reicher Teppich liegt, so weit es sich verbreitet,
Auf seinem Boden ausgespreitet,
Mit Polstern rings umher belegt,
Die, wie beseelt von innerlichem Leben,
Bey jedem Druck sanft blähend sich erheben.
Ein Tisch von Jaspis, den ein goldner Dreyfuß trägt,
Steht mitten drin, und, was dem essenslust'gen Magen
Zum Göttertisch ihn macht, das Mahl ist aufgetragen.

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Der Ritter bleibt wie angefroren stehn,
Winkt Scherasmin herbey, und fragt ihn, was er sehe?
O, das ist leicht, erwiedert der, zu sehn:
Freund Oberon ist sichtlich in der Nähe.
Wir hätten ohne ihn die Nacht,
Anstatt uns nun in Schwanenflaum zu senken,
Auf unsrer Mutter Schooß so sanft nicht zugebracht.
Das nenn' ich doch an seine Freunde denken!

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Kommt, lieber Herr, nach dieser langen Fahrt
Schmeckt Ruhe süß; laßt hurtig euch entgürten!
Ihr seht, der schöne Zwerg hat keinen Fleiß gespart,
Wiewohl im Flug, uns herrlich zu bewirthen.
Herr Hüon folgt dem Rath. Sie lagern beide sich
Halb sitzend um den Tisch, und schmausen ritterlich;
Auch wird, beym Sang Gaskonscher froher Lieder,
Der Becher fleißig leer und füllt sich immer wieder.

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Bald löset unvermerkt des Schlafes weiche Hand
Der Nerven sanft erschlafftes Band.
Indem erfüllt, wie aus der höchsten Sfäre,
Die lieblichste Musik der Lüfte stillen Raum.
Es tönt als ob ringsum auf jedem Baum
Ein jedes Blatt zur Kehle worden wäre,
Und Mara's Engelston, der Zauber aller Seelen,
Erschallte tausendfach aus allen diesen Kehlen.

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Allmählich sank die süße Harmonie,
Gleich voll, doch schwächer stets, herunter bis zum Säuseln
Der sanftsten Sommerluft, wenn kaum sich je und ie
Ein Blatt bewegt und um der Nymfe Knie
Im stillen Bache sich die Silberwellen kräuseln.
Der Ritter, zwischen Schlaf und Wachen, höret sie
Stets leiser wehn, bis unter ihrem Wiegen
Die Sinne unvermerkt dem Schlummer unterliegen.