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Je länger sie auf ihr Betragen merkt,
Je mehr sie sich in ihrer Hoffnung stärkt.
Sind Hüon und Amanda die getreuen
Probfesten Seelen nicht, die Oberon begehrt,
So mag sie ihrer nur auf ewig sich verzeihen!
Von nun an sind sie ihr wie ihre Augen werth,
Und sie beschließt, mit ihren kleinen Feen
Dem edlen jungen Weib unsichtbar beyzustehen.
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Die Stunde kam. Von dumpfer Bangigkeit
Umher getrieben, irrt Amanda im Gebüsche,
Das um die Hütten her ein liebliches Gemische
Von Wohlgeruch zum Morgenopfer streut.
Sie irret fort, so wie der schmale Pfad sich windet,
Bis sie sich unvermerkt vor einer Grotte findet,
Die ein Geweb von Efeu leicht umkränzt,
Auf dessen dunkelm Schmelz die Morgensonne glänzt.
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Alfonso hatte oft vordem hinein zu gehen
Versucht, und allemahl vergebens; eben dieß
War seinem alten Freund, war Hüon selbst geschehen,
So oft er, um des Wunders sich gewiß
Zu machen, es versucht. Sie hatten nichts gesehen:
Sie fühlten nur ein seltsam Widerstehen,
Als schöbe sich ein unsichtbares Thor,
Indem sie mit Gewalt eindringen wollten, vor.
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Schnell überfiel sie dann ein wunderbares Grauen;
Sie schlichen leise sich davon,
Und keiner wollte sich der Probe mehr getrauen.
Man weiß nicht, ob Amanda selbst es schon
Zuvor versucht; genug, sie konnte dem Gedanken,
Die erste, der's geglückt, zu seyn,
Nicht widerstehn; sie schob die Efeuranken
Mit leichter Hand hinweg, und—ging hinein.
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Kaum sah sie sich darin, so kam ein heimlich Zittern
Sie an; sie sank auf einen weichen Sitz
Von Rosen und von Moos. Itzt fühlt sie, Blitz auf Blitz,
Ein schneidend Weh Gebein und Mark erschüttern.
Es ging vorbey. Ein angenehm Ermatten
Erfolgte drauf. Es ward wie Mondesschein
Vor ihrem Blick, der stets in tiefre Schatten
Sich taucht', und, sanft sich selbst verlierend, schlief sie ein.
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Itzt dämmern liebliche verworrene Gestalten
In ihrem Innern auf, die bald vorüber fliehn,
Bald wunderbar sich in einander falten.
Ihr däucht, sie seh' drey Engel vor ihr knien,
Und ihr verborgene Mysterien verwalten,
Und eine Frau, gehüllt in rosenfarbnem Licht,
Steh' neben ihr, so oft der Athem ihr gebricht
Ein Büschel Rosen ihr zum Munde hin zu halten.
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Zum letzten Mahl beklemmt ihr höher schlagend Herz
Ein kurzer sanft gedämpfter Schmerz;
Die Bilder schwinden weg, und sie verliert sich wieder.
Doch bald, erweckt vom Nachklang süßer Lieder
Der halb verweht aus ihrem Ohr entflieht,
Schlägt sie in ihrem Traum die Augen auf, und sieht
Die Drey nicht mehr, sieht nur die Königin der Feen
In Rosenglanz sanft lächelnd vor ihr stehen.
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Auf ihren Armen liegt ein neu geboren Kind.
Sie reicht's Amanden und verschwebet
Vor ihren Augen, wie im Morgenwind
Ein Wölkchen schmilzt aus Blumenduft gewebet.
Im gleichen Nu entwacht Amanda ihrem Traum,
Und streckt die Arme aus, als wollte sie den Saum
Des rosigen Gewandes noch erfassen;
Umsonst! sie greift nach Luft, sie ist allein gelassen.
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Doch, einen Pulsschlag noch, und wie unnennbar groß
Ist ihr Erstaunen, ihr Entzücken!
Kaum glaubt sie dem Gefühl, kaum traut sie ihren Blicken!
Sie fühlt sich ihrer Bürde los,
Und zappelnd liegt auf ihrem sanften Schooß
Der schönste Knabe, frisch wie eine Morgenros'
Und wie die Liebe schön! Mit wonnevollem Beben
Fühlt sie ihr Herz sich ihm entgegen heben.
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Sie fühlt's, es ist ihr Sohn!—Mit Thränen inniger Lust
Gebadet, drückt sie ihn an Wange, Mund, und Brust,
Und kann nicht satt sich an dem Knaben sehen.
Auch scheint der Knabe schon die Mutter zu verstehen.
Laßt ihr zum mindsten den Genuß
Des süßen Wahns! Er schaut aus seinen hellen Augen
Sie ja so sprechend an—und scheint nicht jeden Kuß
Sein kleiner Mund dem ihren zu entsaugen?