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Sie hatten in den Rosenbüschen,
Nah an der Hütte, noch nicht manchen Gang gethan,
So kommt die Amme (die, was neues aufzufischen,
Sich oft dem Harem naht) mit einer Zeitung an,
Die kräft'ger ist als irgend ein Laudan
Des Kranken Blut und Nerven zu erfrischen:
Es sey, versichert sie, beynahe zweifelsfrey
Daß Rezia nicht fern von ihnen sey.
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Wo ist sie? wo? ruft Hüon mit Entzücken
Und Ungeduld, auffahrend—Hurtig! sprich!
Wo sahst du sie?—Gesehn? erwiedert Fatme, ich?
Das sagt' ich nicht; allein, ich lasse mich zerstücken
Wenn's nicht Amanda ist, die diesen Abend hier
Gelandet. Höret nur, was die Minute mir
Die Jüdin Salome, die eben
Vom innern Harem kam, für ganz gewiß gegeben.
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Kurz, sprach sie, vor der Abendzeit
Ließ auf dem hohen Meer sich eine Barke sehen;
Sie flog daher mit Vogelsschnelligkeit,
Die Segel schien ein frischer Wind zu blähen.
Auf einmahl stürzt aus wolkenlosen Höhen
Zickzack ein feur'ger Strahl herab,
Und mit dem ersten Stoß, den ihm ein Sturmwind gab,
Sieht man das ganze Schiff in voller Flamme stehen.
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An Löschen denkt kein Mensch in solcher Noth.
Das Feuer tobt. Vom fürchterlichsten Tod
Umschlungen, springt aus seinem Flammenrachen
Wer springen kann, und wirft sich in den Nachen.
Der Wind macht bald sie von dem Schiffe los,
Treibt sie dem Ufer zu; doch, eine Viertelstunde
Vom Strand, ergreift den Kahn ein neuer Wirbelstoß,
Und stürzt ihn um, und alles geht zu Grunde.
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Die Leute schrey'n umsonst zu ihrem Mahom auf,
Arbeiten, mit der angestrengten Stärke
Der Todesangst, umsonst sich aus der Flut herauf:
Nur eine einz'ge Frau, die sich zum Augenmerke
Der Himmel nahm, entrinnet der Gefahr,
Wird auf den Wellen, wie auf einem Wagen,
Ganz unversehrt, und unbenetzt sogar,
Dem nahen Ufer zugetragen.
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Von ungefähr stand mit Almansaris
Der Sultan just auf einer der Terrassen
Des Schlosses, die hinaus ins Meer sie sehen ließ,
Erwartungsvoll den Ausgang abzupassen.
Ein sanfter Zefyr schien die Frau herbey zu wehn.
Doch, um sich nicht zu viel auf Wunder zu verlassen,
Winkt itzt Almansaris, und hundert Sklaven gehn
Bis an den Hals ins Meer, der Schönen beyzustehn.
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Man sagt, der Sultan selbst sey an den Strand gekommen,
Und habe sie, von einem Idschoglan,
Der aus dem strudelnden Schaum bis zur Terraß' hinan
Sie auf dem Rücken trug, selbst in Empfang genommen.
Man konnte zwar nicht hören was er sprach,
Doch schien er ihr viel höfliches zu sagen,
Und, weil's an Zeit und Freyheit ihm gebrach,
Sein Herz ihr, wenigstens durch Blicke, anzutragen.
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Wie dem auch sey, dieß ist gewiß,
(Fährt Fatme fort) daß sich Almansaris
Der schönen Schwimmerin gar freundlich und gewogen
Bewiesen hat, und ihr viel schönes vorgelogen,
Wiewohl der Fremden seltner Reitz
Ihr gleich beym ersten Blick Almansors Herz entzogen;
Und daß sie ein Gemach bereits
Im Sommerhaus der Königin bezogen.
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Angst, Freude, Lieb' und Schmerz, mahlt, während Fatme spricht,
Sich wechselsweis' in Hüons Angesicht.
Daß es Amanda sey, scheint ihm, je mehr er denket,
Je minder zweifelhaft. Es zeigt sich sonnenklar,
Daß Oberon, wiewohl noch unsichtbar,
Die Zügel seines Schicksals wieder lenket.
Wohlan denn, Freunde, rathet nun,
Was meinet ihr? was ist nunmehr zu thun?
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Dem Sultan mit Gewalt Amanden zu entreißen,
Das würde Roland selbst nicht wagen gut zu heißen,
Erwiedert Scherasmin; wiewohl es rathsam ist,
Uns insgeheim, auf alles was geschehen
Und nicht geschehen kann, mit Waffen zu versehen.
Doch vor der Hand versuchen wir's mit List!
Wie, wenn ihr, da ihr euch doch nicht des Grabens schämet,
Bey Ibrahim als Gärtner Dienste nähmet?