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Ermüdet von des Schicksals strengen Schlägen,
Verdrossen, stets ein Ball des Wechselglücks zu seyn,
Seufzt er dem Augenblick, der ihn befreyt, entgegen.
Schreckt ihn das Vorgefühl der scharfen Feuerpein:
Die Liebe hilft ihm's übertäuben;
Sie stärkt mit Engelskraft die sinkende Natur.
Bis in den Tod (ruft er) getreu zu bleiben,
Schwor ich, Amanda, dir, und halte meinen Schwur!
29
O daß, geliebtes Weib, was morgen
Begegnen wird, auf ewig dir verborgen,
Auf ewig auch, Dir, treuer alter Freund,
Verborgen blieb'!—Wie gern erlitt' ich unbeweint
Mein traurig Loos! Doch, wenn ihr es erfahret,
Erfahret wessen ich beschuldigt ward, und mit
Dem Schmerz um meinen Tod sich noch die Schande paaret
Zu hören, daß ich nur was ich verdiente litt—
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O Gott! es ist zu viel auch dieß noch zu erdulden!
Es büße immerhin für meine Sündenschulden
Der strengste Tod! Ich klage niemand an!
Dieß einz'ge nur, o Oberon, gewähre
Dem, den du liebtest, noch: beschütze meine Ehre,
Beschütze Rezia!—Du weißt, was ich gethan!
Sag' ihr, daß ich, den heil'gen Schwur der Treue
Zu halten, den ich schwor, den Feuertod nicht scheue.
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So ruft er aus, und, vom Vertraun gestärkt
Daß Oberon ihn hört, berührt ihn unvermerkt
Der mohnbekränzte Gott des Schlummers
Mit seinem Stab, dem Stiller alles Kummers,
Und wieget ihn, wiewohl nur harter Stein
Sein Küssen ist, in leichte Träume ein.
Hat ihm vielleicht, zum Pfand, daß bald sein Leiden endet,
Der gute Schutzgeist selbst dieß Labsal zugesendet?
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Noch lag die halbe Welt mit Finsterniß bedeckt,
Als ihn aus seiner Ruh ein dumpfes Klirren weckt.
Ihn däucht er hör' im Schloß die schweren Schlüssel drehen;
Die Eisenthür geht auf, des Kerkers schwarze Wand
Erhellt ein blasser Schein, er höret jemand gehen,
Und stämmt sich auf und sieht—in schimmerndem Gewand,
Die Krone auf dem Haupt, die Lampe in der Hand,
Almansaris zu seiner Seite stehen.
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Sie reicht die Lilienhand ihm, reitzvoll lächelnd, dar,
Und—Wirst du, spricht sie, mir vergeben,
Was nur die Schuld der Noth, nicht meines Herzens, war?
O du Geliebter, hängt an Deinem schönen Leben
Mein eignes nicht? Ich komme, der Gefahr
Dich zu entziehn, (trotz deinem Widerstreben!)
Vom Holzstoß dich, wozu dich der Barbar
Verdammt', auf einen Thron, den du verdienst, zu heben!
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Die Liebe öffnet dir der Hoheit Sonnenbahn:
Auf, mache sie von deinem Ruhm erschallen!
Nimm diese Hand, die dir sich schenket, an:
In einem Wink soll dein Verfolger fallen,
Und all sein Volk, wie Staub, um deine Füße wallen.
Im ganzen Harem ist mir alles unterthan;
Vertraue dich der Liebe sichern Händen,
Und, was sie wagte, wird dein eigner Muth vollenden!
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"Hör' auf! o Königin! Dein Antrag häufet bloß
Mein Leiden durch die Qual dir alles abzuschlagen.
O! warum zwingst du mich's zu sagen?
Ich kaufe mich durch kein Verbrechen los!"
Ist's möglich, ruft sie, kann so weit der Unsinn gehen?
Unglücklicher, im Angesicht
Der Flamme, die bereits aus deinem Holzstoß bricht,
Kannst du Almansaris und einen Thron verschmähen?
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Sag' mir, versetzt er, Königin,
Ich könne dir mit meinem Blute nützen,
So soll die Lust, womit ich eil' es zu verspritzen,
Dir zeigen, ob ich unerkenntlich bin!
Ich kann, zum Danke, dir mein Herzensblut, mein Leben,
Nur meine Ehre nicht, nicht meine Treue geben.
Wer Ich bin weißt du nicht, vergiß nicht wer Du bist,
Und muthe mir nichts zu, was mir unmöglich ist.
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Almansaris, aufs äußerste getrieben
Durch seinen Widerstand, sie wendet alles an,
Was seine Treu' durch alle Stufen üben
Und seinen Muth ermüden kann.
Sie reitzt, sie droht, sie fleht, sie fällt, verloren
In Lieb' und Schmerz, vor ihm auf ihre Kniee hin:
Doch unbeweglich bleibt des Helden fester Sinn,
Und rein die Treu', die er Amanden zugeschworen.