[17]: Nur bei der letzten Präsidentenwahl kämpfte er für die Candidatur des General Taylor.
The Sun und the Herald liefern bei der Ankunft eines jeden Dampfschiffes von Europa Extrablätter. Diese werden immer zahlreich gekauft und werfen daher guten Gewinn ab; denn treffen auch keine wichtigen politischen Neuigkeiten ein, so kommen doch Handelsnachrichten an, welche über Gewinn und Verlust entscheiden und von dem Amerikaner mit größter Spannung erwartet werden. Die Zeitungsjungen machen mit diesen Extrablättern gute Geschäfte, zumal sie so klug sind, im Moment der ersten Spannung um 100 Prozent mit ihrem Artikel aufzuschlagen; auch wissen sie sehr gut auf die Neugierde ihrer Leser zu speculiren, indem sie Schlachten ausrufen, die nie geschlagen wurden, und überhaupt auf Ereignisse aufmerksam machen, von denen außer diesen Jungen keine sterbliche Seele Etwas weiß.
Längere Zeit erschien in New-York der Yankee-Doodle, ein politisches Witzblatt mit Holzschnitten nach Art des Londoner Punch. Demselben war aber bald der Witz und mit ihm die Abonnenten ausgegangen. Ueberhaupt ist der Amerikaner sehr schwach in der Kunst, seinen Gegner durch feinen Spott zu schlagen; auch fehlt ihm die Gewandtheit in der Zeichnung und die Manier der künstlerischen Behandlung, welche bei politischen Thematen oft mehr anzieht, als ein piquanter und sarkastischer Text.
Ein eigenthümliches Blatt ist der Bruder Jonathan[ [18]. Er erscheint nur zweimal des Jahres, nämlich zu Weihnachten und am 4ten Juli, und ist auf einen Bogen von solcher Größe gedruckt, daß man ganz bequem einen sechsjährigen Jungen in denselben einwickeln kann, ohne daß Kopf und Fuß mehr sichtbar ist. Eine ziemliche Anzahl Holzschnitte zieren ihn, welche zum Theil von einer ungewöhnlichen Größe sind. Das Blatt ist typographisch schön ausgestattet, und wird zahlreich gekauft, um Geschenke damit zu machen. Eine Nummer kostet 1 Schilling[ [19].
[18]: Bruder Jonathan ist der Nationalname des Amerikaners, wie John Bull der des Engländers und Michel der des Deutschen.
[19]: 18 kr. 3 pf. oder 5 Ngr. 4 pf.
Im Jahre 1848 wurde die erste musikalische Zeitung in New-York unter dem Titel: »The musical Times« herausgegeben. Die bedeutendsten Mitarbeiter sind durchgängig Deutsche, ohne deren Unterstützung die Unternehmung gar nicht in's Leben hätte treten können. Der belletristische Theil des Blattes besteht fast einzig und allein aus Uebersetzungen deutscher und französischer Novellen.
Als Literaturblatt ist der Harbinger[ [20], welcher von den Gebildeten häufig gelesen wird, nicht ohne Werth. Er enthält philosophische, ästhetische und andere wissenschaftliche Aufsätze, theilt Gedichte besserer Gattung und Auszüge aus guten prosaischen Werken mit und gibt eine kritische Uebersicht über die Producte der amerikanischen Literatur. Gediegene Redaction und schöne Ausstattung empfehlen dieses Blatt, welches in seiner Art noch ziemlich das einzige im Staate New-York seyn dürfte.
[20]: Der Vorläufer.