Man sieht, sie arbeiten mit allen Mitteln, die Herren Männer, und sie sind ja so schlau, so schlau, daß man gar nicht begreift, wie man einstens die Weiber mit der Annahme beehren konnte, sie seien »schlau wie die Schlangen!« – –

So lange der Mann keine Verpflichtung hat, sieht er im Weibe das anbetungswürdige Geschöpf; gesellt sich zu seiner Anbetung und Liebe aber die Pflicht, so ist es aus. Er ist immer berechnend, und wo die Rechnung quittirt ist, wo nichts zu holen, so oder so, da hört nach und nach jeder Reiz auf.

Und nun kommen wir zu dem Punkt der Treue, und das ist ein sehr wunder Punkt!!

Der Mann kann sich selber, dem Freunde, im Handel und Wandel treu sein – dem Weibe ist er es höchst selten. Fast immer wird es von ihm hintergangen. Ist es nicht mit einer Freundin, ist es mit einer Unbekannten. Für sie ist wenig vorhanden, für die Geliebte immer Ueberfluß. Bei der Frau knausert man, der Geliebten will man imponieren, nichts ist zu theuer für sie. Natürlich gilt dies bei Männern besser begüterter Stände, die überhaupt etwas zu geben haben. Die Mittelklasse steigt tiefer. Vielen Hausherren haftet leider auch die Dienstmädel-Manie an, und nicht vielen Frauen wird die tiefe Scham erspart, von den Mädchen selbst zu vernehmen, der »Herr stelle ihnen nach«!

Bei den besser gearteten Männern regt sich dann das Gewissen und ihre Zärtlichkeit für die Gattin verdoppelt sich nach einer solchen Missethat. »Mein Mann muß mich wieder hübsch hintergangen haben,« sagte einmal eine Dame, »er hat mir aus eigenem Antriebe einen Pelzmantel gekauft.«

Würde dieses »Hintergehen« nur allein das Gefühl der Frau verletzen, so wäre es noch nicht gar so schlimm und zu überwinden, aber es sind ganz andere Gefahren dabei! – Der Mann zeigt selten die volle Theilnahme an einem Erkranken der Frau, als es oft umgekehrt der Fall ist. Er klagt, so bald sie leidend, zunächst, daß das Hauswesen ins Wanken kommt, nebenbei erst thut es ihm gelegentlich leid, daß sie nicht gesund ist. Darüber läßt er sich dann gern bemitleiden – auch eine typische Eigenschaft des Mannes –, denn am Ende – es ist doch höchst lästig eine kranke Frau zu haben!

Als einmal ein Freund dem anderen klagte, daß seine Frau ewig leidend und schon in drei Bädern gewesen, was das koste! schrieb dieser zurück: »Für die Reparaturkosten hättest du schon eine neue gehabt.«

Woher aber die vielen Frauenkrankheiten kommen, davon wissen Aerzte und Aerztinnen zu erzählen! Eine derselben, die seit 12 Jahren in Deutschland eine blühende Praxis ausübt, kann nachweisen, daß von 100 Patienten, 70 ihren Männern die Krankheit verdanken.

Und diese haben dann natürlich »ein Kreuz« mit den »Weibern«, die ewig klagen und so viel kosten!

Und während ich die »Männerfrage« beleuchte, tönt eine andere an mein Ohr: »Giebt es denn gar keine guten Männer??« – O ja, viele, viele prächtige Männer, ganze »Kerle« mit Herz und Verstand, mit Seele und Gewissen, aber mit ihnen geht es wie mit den Weibern: