Von den besten spricht man nicht!
Von dem Gros aber, das sich mit seinen vielen Arroganzen so hoch über das Weib stellt, muß gesprochen werden. Die Fehler der Frau kennt jeder, sie sind in allen Formen bloß gelegt worden; vom minderwerthigen Gehirn, bis zum eitlen Tand, mit dem sie sich umgiebt, hat der Mann gesprochen, es gehört ja alles zur Frauenfrage.
Nun aber werfen wir die Männerfrage auf, und wir werden ja sehen, wie weit sie führen wird, sehen, ob die »Herrlichen« – weß Standes sie seien – ewig nehmend, ewig fordernd, sich behaupten werden. Und wie naiv die Herren der Schöpfung im Fordern sind – das ist einfach fabelhaft.
Wenn man sie reden hört von ihrem Standpunkt aus – ich weiß nicht, ob man darüber lachen oder weinen soll.
Fahre da einmal von Frankfurt a. M. nach Leipzig. In Eisenach steigt ein Herr ein, der sich veranlaßt fühlt, eine Unterhaltung anzuknüpfen.
»Nein, ich heirathe nie!« erzählt er mir im Laufe einer zweistündigen Fahrt. »Nie, denn die Weiber von heute! – Ich verlange von einer Frau 1. natürlich Vermögen, 2. Schönheit, 3. Bildung, 4. gute Familie.
Sie muß wirthschaftlich sein, darf keine theure Roben tragen, muß selbst kochen und mir in meinem Beruf behülflich sein.«
»Hm,« machte ich, »wie ist denn die Gegenleistung?«
Er sah mich verständnislos an.
»Na wie denn, die Gegenleistung? – Sie scherzen wohl?«