Von London aus, wohin sich auf Kosten der Putzmacherin der Verlobungsschwindler gewandt, erhielten alle drei »Bräute« gleichlautende Zettel:

Für die Zeit, wo Du mich geliebt hast,
Bedank i mich schön,
Und i wünsch, daß Dir's
Jetzt nun besser mag geh'n!

Wir sehen davon ab, aus der besseren Gesellschaftsklasse noch »Illustrationen« zu bringen, es dürfte den Leser ermüden. Jedoch einen Brief hier abzudrucken, den mir eine Dame zur Verfügung gestellt, möchte ich nicht unterlassen. Es spricht so viel zarter Dank für genossene Liebe daraus und er birgt so viel echtmännliche Gewissenhaftigkeit, daß er mein Spiegelbildchen vervollständigen hilft.

»Lieber Gustav!

Das war eine rechte Freude, das ist ja famos, da habe ich auch wieder mal kolossales Schwein! Du sollst nämlich mein Retter in der Not sein. Diesmal nicht in Geldangelegenheit – ich habe meine hiesigen Gläubiger sehr gut erzogen –, sondern Du sollst mir helfen – nicht wie damals eine zu bekommen, sondern eine los zu werden. Es müßte mit dem Teufel zugehen, wenn solch patenter Kerl, wie Du bist, das nicht leicht zu Wege brächte!

Die Martel wird mir unbequem, das Verhältniß war der dümmste Streich meines Lebens, die nimmt die Sache ernst und ich sage Dir – ich wäre lieber wo der Pfeffer wächst, als hier. Die taxiert sich hoch und sagt sehr freimüthig »mit jedem Jahre lerne ich mich mehr lieben und mehr schätzen, weil ich mich besser kennen lerne.« Thatsächlich wird sie mit jedem Jahre üppiger. Aber Bester, ich habe grade genug und will überhaupt fort, es ist hier öde und aufregend zugleich.

Da Du doch, wie Du schreibst, nach H. gehst, kannst Du mir zu Liebe schon den kleinen Abstecher machen. Ich stelle Dich ihr vor, und hübsch, wie Du bist, und wie ich ihren Geschmack kenne, machst Du ohne Zweifel kolossalen Eindruck. Das übrige überlasse ich Dir ... Ich spiele dann den Eifersüchtigen und sichere mir damit einen respectablen Abgang.

Also ich rechne bestimmt auf Dich, so wie Du stets auf meine Dankbarkeit rechnen kannst. Telegraphiere wann ich Dich erwarten kann.

Dein K.

Dir gebe ich den guten Rat, Dich nie an brünette Weiber heranzumachen, die sind von einer verfluchten Anhänglichkeit.«