»Sie« hat ihn betrogen – deshalb hat er sich dem Trunk ergeben, deshalb hat er sich in den Strudel des Lebens gestürzt.

Weil die Frau die Wirthschaft vernachlässigt – geht er in die Kneipe. Weil die Frau nicht geschäftstüchtig ist, verdient er nichts u. s. w. Ergo: gäbe es keine Weiber, es liefen lauter männliche Engel herum.

In Ausreden sind die Männer überhaupt fabelhaft gewandt und im Abwälzen ihrer Fehler auf andere virtuosenhaft.

Die ekelhaftesten aller männlichen Specien aber sind diejenigen, die ewig heulen.

Unter Thränen schwören sie Treue. Unter Thränen brechen sie dieselbe und versprechen Besserung bis zum nächsten Mal.

Unter Thränen geben sie der Frau einen Versöhnungskuß und küssen unter Thränen lächelnd das holde Lieb zweiter Garnitur. Und dann die freimüthigen Geständnisse, die sich mit ahnungsloser Unverschämtheit zusammen finden!

Man höre:

»Ich bin sehr jähzornig – deshalb muß ich eine sanftmüthige Frau bekommen.«

Nein, Herr der Schöpfung, deshalb mußt du hübsch Selbsterziehung üben und Dir hübsch manierlich diese heillose Untugend abgewöhnen, nicht aber über das Haupt einer Sanftmüthigen ergehen lassen. Oder: »Ich bin ewig mürrisch und verdrießlich, deshalb muß ich eine heitere Frau bekommen.«

Ich möchte sehen, wessen Heiterkeit ein ewiger Griesgram nicht verscheucht! –