Es heirathen Gott Lob noch eine stattliche Reihe von Männern aus wahrer Liebe und gehen mit ehrlichem Pflichtgefühl in die Ehe. Dann kommt die Mehrzahl, die besteht aus:
Müden Seelen, die ein Ausruhebedürfnis haben,
Weltschmerzlern, die ihre Melancholie auf das Weib zu wälzen beabsichtigen,
Verschuldeten,
Solchen, die weder Geschick, noch den Muth haben, den Kampf mit dem Leben allein aufzunehmen, endlich
»Gemüthsmenschen«, die mit liebevollen Worten nach außen verstohlen das Weib zur Dienerin ihres lieben Ichs herabzwingen und so nach und nach zwei bis drei Frauen florumwunden zu Grabe tragen.
Auch giebt es Männer, die sich Frauen für den »Hausbedarf« wählen und diese als Gegenstand betrachten.
Und die Weiber? – wie schnell sie sich nur ergeben! als Braut hat auch jede den »herrlichsten von allen« für sich.
Thatsächlich leisten aber auch die Männer an Verstellungskunst so absolut das allerhöchste, daß sich die meisten während des Brautstandes mit Glanz behaupten.
Bevor ich nun daran gehe, einige Illustrationen zu geben, d. h. aus dem Leben gegriffene Spiegelbilder männlicher Tugenden zu zeigen, darf ich in meiner aufgezählten Kategorie der Heirathskandidaten eine Hauptserie nicht vergessen, die in allen Gesellschaftskreisen zu finden ist: nämlich die – Heirathsschwindler.