Bei den Ehegesetzen, wobei die Männer alle, die Weiber fast gar keine Rechte haben, ja wo die Frau gewissermaßen als Leibeigene des Mannes betrachtet werden könnte, – hat der Heirathsschwindler die weitestgehenden Chancen. Zunächst läßt er sich Haus und Hof einrichten. Damit ist er schon »Herr« im Hause, denn selbst in Ehen, wo die Gütergemeinschaft ausgeschlossen ist, hat der Mann – was auch geschehe – den Nutzen von allem, was da ist.

Und nun wollen wir einige Typen aus dem Leben herausnehmen. Es sind nicht nur wahre Gestalten, es sind Thatsachen, die ungeschminkt zeigen, daß die »Männerfrage« mehr der Beleuchtung bedarf, als die »Frauenfrage« an sich. –

Es ist noch gar nicht so lange her, daß ein »Aristokrat« eine Million geheirathet und mit sauersüßer Miene ein zartes Fräulein, das daran hing, in den Kauf nahm.

Rund 6 Wochen dauerte die »Ehe«, dann erklärte »er« dem nichtssagenden Puttchen, das sich so wohl als Frau Gräfin fühlen wollte: es könne nun gehen, ihr Geld sei in den besten Händen.

Es bedurfte allerdings erst der Reitpeitsche, bevor sie »ging«. Von ihrem Gelde erhielt sie natürlich keinen Pfennig heraus, denn die noblen Passionen des Mannes verschlangen eben alles was da war – er hat ja von Rechtswegen den Nießbrauch und »brauchte« daraufhin so viel, daß am Ende des Prozesses nichts mehr vorhanden war.

Ein anderer »Herr« in angesehener Stellung ließ seine junge sehr verliebte Frau vor seiner Trauung selbst die Handschuhe für seine »Freundin« bezahlen u. s. w. u. s. w. Und nach der Hochzeit fiel es ihm gar nicht ein, seine Lebensweise zu ändern, obgleich er das beschworen, ebenso wenig in seinen Liebeshändeln irgend welche Rücksicht auf seine Gattin walten zu lassen. An einem Theaterabend, als die Gattin gerade ihren Fuß auf das Trittbrett ihres Wagens setzte, der sie nach Hause bringen sollte, erkühnte sich der Herr Gemahl sie zurückzuhalten.

»Den Wagen habe ich soeben Fräulein so und so (Name einer Schauspielerin) versprochen, Du kannst laufen!«

Nun war sie – was leider ja vereinzelt dasteht – keine nach Lyrikern gebildete Frau, sie zog nach Nietzsche ihre Hand zurück und zeigte »die Tatze« die »böse Krallen hat«. So kam es, daß sie ihn »laufen« ließ. Freilich, all die schweren Seelenkämpfe wurden ihr nicht erspart, aber sie ist noch Herrin auf ihrem Grund und Boden, und er bettelt sich irgendwo durch.

Nach den mehr gewaltthätigen Heirathsschwindlern, kommen die verkniffenen, die treten sanfter auf und wenden andere Mittel an.

Wir illustrieren sie mit nachstehendem: