Herr R. ist Gutsbesitzer in Polen. Seine Frau, die viel vornehmer als er, aus guter Familie, mit vorzüglichen Charaktereigenschaften, hat ihm das Vermögen zugeführt. Dafür muß sie, um Geld zu sparen, die Stelle der Mamsell vertreten. Da sie ihn lieb hat, ihr Interesse im Haushalt auch gern wahrnimmt, steht sie um 3 Uhr Nachts auf, überwacht rechtzeitig das Melken und bleibt auf, bis die Milchwagen in die Stadt gefahren sind. Tags über geht es Trepp auf, Trepp ab, die Landwirthschaft will besorgt sein.

Der »Herr« fährt recht oft zu einem Spielchen in die nahe Garnisonstadt. Die Frau kennt kein anderes Vergnügen, als alljährlich ein neues Sprößlein zu wiegen. »Er« murrt schon: »alle Jahre ein Kind, was das kostet!« An Geld, meint er. Die Lebenskraft der Frau – daran denkt doch ein Mann nicht! Er hat auch schon vergessen, wer das Baby beim Storch bestellt!

Jetzt sind acht Jahre herum, die Frau ist acht Jahre im Dienste bei ihrem »Herrn«. Hier ist es aber so, daß sie den – Lohn gezahlt, nicht er!

Es ist ja selbstredend, daß ein Weib arbeitet, wozu heirathet man es?! – Das Geld ist alle. Wieso? – Das weiß der Mann, und das genügt!

Der »Herr« wird nervös, alles reizt ihn, am meisten die Frau, die nichts mehr recht machen kann. Er will hier fort und zieht mit Frau und fünf Kindern in die Stadt – in ein Haus, wo seit Jahren seine Maitresse wohnt, die er die Frechheit hat, seiner Frau als »Nachbarin« vorzustellen.

Und nun bekommt die »Nachbarin« das Regiment, und es geht mit dem letzten Heller des Vermögens bergab, der Mann ohne Thätigkeit, die Frau vor Leid krank. Schlußpointe, des Mannes Frage, die alles besagt:

»Weshalb hab' ich Dich eigentlich geheirathet, da Du doch nichts verdienen kannst?«

No. 4 hat eine Schriftstellerin geheirathet, weil ihn ihr edler Beruf, ihr Geist und schließlich ihre liebliche Gestalt »anzog«.

Wie bald merkte das arme Wesen, daß sie ihn thatsächlich »angezogen!« Vom Kopf bis Fuß sogar. Von den Stiefeln bis zum Hut hat sie indirekt alles bezahlt.

»Mein Lieb, jetzt soll die Feder ruhen,« hatte er ihr am Verlobungstage gesagt. Der Gute, Zarte, wie wollte er alle Lasten von ihr nehmen! –